Kommentar

Chance für echten Neuanfang

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Für die Messe Berlin kann das Aus des bisherigen Messechefs Martin Ecknig eine Chance für den Aufbruch sein.

Für die Messe Berlin kann das Aus des bisherigen Messechefs Martin Ecknig eine Chance für den Aufbruch sein.

Foto: Jens Kalaene/BM / dpa/BM

Der Rausschmiss des Berliner Messechefs ist Chance für einen echten Neuanfang. Den hat der Landesbetrieb nötig, meint Dominik Bath.

Berlin.  Am Ende wurde es immer einsamer um Messechef Martin Ecknig. Schon vor ein paar Wochen auf dem Jubiläumsfest zu 200 Jahren Messestandort Berlin wirkte Ecknig isoliert. Man schien ihn zu meiden. Am Mittwoch dann der Rausschmiss. Nach einem neuen Gutachten, in dem Juristen die sofortige Freistellung Ecknigs empfohlen hatten, gab es kaum eine andere Möglichkeit als die abrupte Trennung.

Das Aus für Ecknig ist folgererichtig und notwendig. Zu viele Vorwürfe, zu viel Filz, zu viel Intransparenz: Berlins Messechef war schlussendlich in eine Affäre zu viel verstrickt. Das Vertrauen zwischen ihm, dem Aufsichtsrat und Vertretern des Landes war zerstört. Am schwerwiegendsten aber ist wohl, dass es Ecknig ohne Vitamin B wohl gar nicht auf den Posten als Messe-CEO geschafft hätte. Der damalige Aufsichtsratschef Wolf-Dieter Wolf hatte Kriterien zur Stellenbesetzung zu Ecknigs Gunsten verändert. Auch das ist eine der erschütternden Erkenntnisse des juristischen Gutachtens.

Ein Nachfolger muss als Messechef auch neue Impulse setzen

Die Sache ist deshalb mit dem Abgang Ecknigs noch nicht ausgestanden. In dem Unternehmer Eric Schweitzer hat das Land Berlin zwar schon einen neuen Aufsichtsratschef installiert. Doch die Frage, wie künftig solche Verfehlungen bei Besetzungen wichtiger Posten in Berliner Landesunternehmen unterbunden werden sollen, ist noch nicht vollends beantwortet. Hier gilt es neue, besser funktionierende Kontrollmechanismen aufzubauen.

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Für die Berliner Messe selbst bietet das Aus von Ecknig, der seit Januar 2021 ihr Chef war, eine gute Chance auf einen Neuanfang. Das Messegeschäft selbst hat sein Potenzial in den zweiten sechs Monaten dieses Jahres bewiesen. Zu Veranstaltungen wie der IFA oder auch der InnoTrans strömten Hunderttausende in die Messehallen. Darauf aber darf man sich nicht ausruhen. Interims-Messechef Dirk Hoffman muss Scherben aufkehren und dann neue Impulse setzen. Denn in dem schnelllebigen Messegeschäft müssen auch die Entscheider dynamisch sein. Agieren statt reagieren – das wird auch das Land Berlin von einem neuen Messe-CEO erwarten. Das Stellenbesetzungsverfahren läuft bereits.