Kommentar

Die neuen Busspuren müssen endlich kommen

Von den angekündigten Busspuren ist viel zu wenig zu sehen. Senat und Bezirke müssen endlich mehr Tempo machen, findet Christian Latz.

Die angekündigten Busspuren müssen endlich kommen, fordert Christian Latz.

Die angekündigten Busspuren müssen endlich kommen, fordert Christian Latz.

Foto: dpa/pa/BM

Wer in den vergangenen Wochen auf Berlins Straßen unterwegs war, erlebte an manchen Stellen Verkehrspolitik im Zeitraffer. Innerhalb kürzester Zeit ploppten an einigen Stellen besonders im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg neue, breite Radwege auf den Straßen auf. Planung, Anordnung, Umsetzung: Plötzlich geht das alles in wenigen Tagen.

Umso mehr fällt bei dem vorgelegten Tempo auf, wie sehr es an anderer Stelle bei der angekündigten Verkehrswende hakt. Etwa bei den Busspuren. Vor fast einem Jahr erklärte Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne), bis Ende 2019 mehr als 19 Kilometer Busspuren einrichten zu wollen. Endlich wollte man sagen, denn bei dem Thema war zuvor über viele Jahre nahezu nichts passiert. Die Umsetzung der vollmundigen Ankündigung gerät seither jedoch zur Geduldsprobe. Von den damals angekündigten 19 Kilometer Strecke sind bis heute lediglich 13 Kilometer von der Senatsverkehrsverwaltung angeordnet worden. Doch auch die sind darum längst nicht auf der Straße. Denn für die Markierung der Sonderfahrstreifen sind die Bezirke zuständig. Zur Wahrheit gehört: Auch da hakt es an vielen Stellen massiv. Sehr zum Leidwesen der Fahrgäste.

Mehr zum Thema: BVG schleppt mehr als 750 Falschparker auf Busspuren ab

Dass die Berliner Verkehrsbetriebe erklären, auf den Straßen zu langsam voran zu kommen und sich auch öffentlich über die zähe Umsetzung beklagen, ist verständlich. Der Bus als Alternative zum Auto ist für viele Pkw-Fahrer nur dann attraktiv, wenn er in der Stadt auch zügig und gleichmäßig voran kommt und nicht mit all den anderen Kraftfahrzeugen im Verkehr stecken bleibt. Vollkommen unverständlich ist hingegen, wieso diese allseits bekannte Erkenntnis nicht längst dazu geführt hat, dieses Versprechen der Verkehrswende wahr zu machen und den Bussen auf Berlins Straßen endlich mehr Platz einzuräumen.