Thadeusz

Klaas Heufer-Umlauf beweist Wagemut und Selbstvertrauen

Der Moderator hat Spenden für ein privates Flüchtlings-Rettungsschiff gesammelt. Das hat Probleme. Thadeusz über Aufdecker und Neider.

Moderator Jörg Thadeusz schreibt jeden Sonnabend in der Berliner Morgenpost.

Moderator Jörg Thadeusz schreibt jeden Sonnabend in der Berliner Morgenpost.

Foto: Berliner Morgenpost

Berlin. Auf der Welt existieren zwischen fünf und 50 Millionen Tierarten. Wer sich für den Journalistenberuf entscheidet und sich Tiere als Thema aussucht, hat bis zur Rente etwas zu berichten.

Der Kulturbegeisterte, der Journalist wird, kann sich bei 130 Berufsorchestern in Deutschland umhören. Tiere, Sinfonien, Sport, Wissenschaft, vielen Medienmenschen ist das alles immer noch zu langweilig. Sie erklären sich zu „Aufdeckern“.

Sobald sie jemand als „Investigativjournalist“ anspricht, geht es ihnen gut. Es ist unwahrscheinlich, dass sich irgendwo fünf bis 50 Millionen Skandale unaufgedeckt verbergen. Deswegen müssen die Aufdecker manchmal irgendwas berichten und den skandalösen Ruch selbst heraufbeschwören.

Klaas Heufer-Umlauf überragt die Von-Hinten-Grätscher

Momentan raunen sie wieder. Der Fernsehmoderator Klaas Heufer-Umlauf hat Spenden für ein privates Flüchtlings-Rettungsschiff gesammelt. Das ist noch nicht losgefahren. Ein journalistischer Klassiker. Die Rubrik heißt: „Was wir Dir gleich hätten sagen können.“ Klaas Heufer-Umlauf überragt die Von-Hinten-Grätscher, die es auf ihn abgesehen haben. Wo die Protokollanten des Scheiterns nur Missmut verbreiten, glaubt er an das Gelingen. Ich finde private Seenotrettung beunruhigend und staatliche Schiffe deutlich besser.

Ich bin aber genauso überzeugt, dass nur Wagemut und Selbstvertrauen, wie von Klaas Heufer-Umlauf bewiesen, Fortschritt antreiben. Wer in eine Felsspalte rutscht, der muss hoffen, dass Klaas in der Nähe ist. Aber bitte kein Aufdecker. Denn der Journalist wird sich lediglich am Drama weiden. Klaas Heufer-Umlauf gibt die Suche auch dann nicht auf, wenn Umstehende schon „unmöglich“ sagen. Die Aufdecker fürchten sich vor der Leere, wenn sie plötzlich von Neid auf Neugier umschalten müssten.

Dabei gibt es unter anderem den Zagros-Molch. Er gilt als einer der schönsten Molche der Welt. Wir wissen viel zu wenig über ihn.