Thadeusz

Die liebevolle Alternative zur „Alternative für Deutschland“

Für das Spitzenpersonal der Partei gibt es neue Perspektiven: Jörg Thadeusz über neue Aufgaben für Gauland, Weidel und Co.

Jörg Thadeusz über neue berufliche Perspektiven für das AFD-Spitzenpersonal

Jörg Thadeusz über neue berufliche Perspektiven für das AFD-Spitzenpersonal

Foto: Annette Koroll

Berlin. Die AfD hat keine Zukunft. Der Liebe wegen. Wir wollen alle lieb gehabt werden. Auch Alexander Gauland. Er möchte nicht immer nur als böser, alter Mann auftreten. Bei dem alle vernünftigen Demokraten augenblicklich Einmarschmusik im Ohr haben, wenn sie ihn reden hören. Ich sehe die Illustriertengeschichte vor mir. Überschrift: „Ich will endlich everybodys Alex sein“. Die Fotostrecke zeigt, wie er die Hundekrawatte an einem Potsdamer Bootssteg festbindet. Im nächsten Bild teilt er mit offenem Kragen in der Kantine einer multikonfessionellen Gesamtschule die ‚halal’-Mahlzeit aus.

Andreas Kalbitz, AfD-Spitzenkandidat in Brandenburg, lässt es auf dem Glatzkopf so lange wachsen, bis es endlich für einen Männerdutt ausreicht. Er wandert drei Monate barfuß durch Ostafrika. Erkundet dort, wo letztlich auch der Deutsche aus der Wiege der Menschheit gekrabbelt ist. In einem Gespräch mit Sandra Maischberger befreit er sich von dem Gefühlsballast, der ihn so lange in die rechte Ecke drückte. Erzählt von der Münchnerin Ayse, die mit ihm zur Schule ging. Die ihn nett fand, aber eben nur nett. Das gebrochene Herz ließ ihn zum Ewiggestrigen versteinern. Der gewandelte Kalbitz gesteht, wie er in den klammen Neonazi-Camps nachts fror und sich nach seinem Knubbelkissen sehnte.

Alice Weidel sieht endlich ein, dass sie zur öffentlichen Rednerin nicht geboren ist. Konzentriert sich mehr auf ihr enorm fotogenes Äußeres und wird Mannequin für völkische Mode. Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch darf Adelsexpertin der ARD werden. Nachdem sie verspricht, regelmäßig ihre Beruhigungsmittel einzunehmen und jede Woche mindestens einmal Dürüm Döner zu genießen.

Damit ist für die Hauptvertreter der Partei protokolliert, dass es selbst für sie eine liebevolle Alternative zur „Alternative für Deutschland“ geben könnte.