Stilfrage

Unten ohne – oder lieber doch mit?

Cordula Schmitz sagt ja zur Strumpfhose. Due sind genau das Richtige für "Herbst-Weicheier".

Foto: pa/Marcela Fae

Berlin. Es gibt Fragen in der Mode, da scheiden sich die Geister. Etwa, ob Kanye West wirklich Mode macht oder Hedi Slimane als neuer Chefdesigner von Céline die Marke töten oder zu neuen Höhen führen wird. Eine Frage, die im Herbst tatsächlich jedes Jahr die Gemüter erhitzt und einen entweder in das eine oder andere Lager einteilt ist: Tragen wir nun schwarze, blickdichte Strumpfhosen? Oder nicht?

Bei diesen warmen Tagen in Oktober verliert man das Thema zunächst aus dem Blick, aber glauben Sie mir: Sie werden vor dieser Entscheidung stehen. Zu verdanken haben wir die ganze Diskussion in all ihrer Härte auch einer echten Eiskönigin. Anna Wintour machte mit ihrem Auftritt im Jahr 2000 bei einer der im Februar abgehaltenen Fashion Weeks bei -10 Grad mit strumpffreien Beinen in nudefarbenen Manolo Blahniks die kalten Stelzen zu einem „Must“.

In Spanien und Italien ist das schon seit Langem üblich, aber dort fallen die Temperaturen auch nicht überall so massiv ab wie in anderen Teilen der Welt. Da in der Mode die Trends nun mal wechseln, wird es für diesen Herbst Zeit für eine Bestandsaufnahme, um sich klar zu werden, auf welcher Seite der Strumpffrage man steht. Kate Moss trägt nach wie vor Strumpfhosen, wer das als Dauerreminiszenz an die 90er-Jahre verstehen will, liegt falsch.

Auch einige Designer haben die Strumpfhose auf die Catwalks gebracht. Bei Valentino wurde sie zu farbenfrohen Kleidern und Röcken getragen. An der Spitze der Bewegung steht aber Balenciaga mit einer Strumpfhose aus festem Neopren. Da lacht man dem Berliner Winter geradezu entgegen, wenn man sich die über 100 Euro teure Strumpfhose leisten möchte. Es gibt tatsächlich auch diverse Modelle mit Logo von Fendi, Moschino oder eben Balenciaga in ähnlicher Preiskategorie.

Damit hätte die Strumpfhose ihr modisches Gütesiegel für den Herbst 2018 bekommen. Wer sich nicht überwinden kann, der sollte sich beim US-Unternehmen Heist umschauen. Sie bieten federleichte Strümpfe in verschiedenen Hauttönen an. Genau das Richtige für Weicheier – wie mich.

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