Stilfrage

Auf der Berlinale ist die Trendfarbe Solidaritätsschwarz

Schwarz ist die Solidaritätsfarbe der #meetoo-Bewegung auf der Berlinale, hat Cordula Schmitz beobachtet.

BERLIN, GEAlba August, Pernille Fischer Christensen and Berlinale-Chef Dieter Kosslick bei der Premiere von „Unga Astrid“

BERLIN, GEAlba August, Pernille Fischer Christensen and Berlinale-Chef Dieter Kosslick bei der Premiere von „Unga Astrid“

Foto: Matthias Nareyek / Getty Images

Ganz im Sinne ihrer Brüder und Schwestern hielten sich zumindest einige Besucher des roten Teppichs in Berlin an den Dresscode der #MeToo-Bewegung. Die angesagteste Farbe der Berlinale: Solidaritätsschwarz. Sie will Missbrauchsopfern in der Filmbranche eine Stimme verleihen. Dass es ausgerechnet die Farbe Schwarz wurde, kam sicherlich auch einigen sehr gelegen, findet sich doch in dieser Farbe jederzeit etwas Elegantes im Kleiderschrank wieder.

Die Aufgabe des roten Teppichs war es einmal, die Göttinnen der Leinwand für einen kurzen Moment auf irdisches Terrain zu locken. Doch zunehmend wird das Schaulaufen der Stars für politische Botschaften genutzt. Natürlich gibt es nach wie vor etwas zu sehen. In Berlin waren es Tilda Swinton im androgynen Look von Chanel, Emilia Schüle in Dior oder Elle Fanning in einer tollen Robe von Valentino.

Mein persönlicher Favorit war der Auftritt von der italienischen Schauspielerin Valeria Golino in Prada-Blau. Aber all der süße Zuckerguss in Form von toller Mode kann den riesigen Haufen Probleme, die Frauen in der Filmindustrie bekommen, nicht mehr überdecken. Aber, es gerät etwas in Bewegung – und die Zeiten, in denen man durch ein Skandälchen mit zu tiefem Ausschnitt eine Karriere starten konnte, sind auch fast vorbei. Also kann man machen, was man will. Die Mode macht es vor – auch wenn noch ein langer Weg vor uns liegt.

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