Stilfrage

Ein Cape für alle Fälle

Cordula Schmitz sagt, was die heimliche Übergangsjacke dieser Saison ist: Das Cape.

Cordula Schmitz

Cordula Schmitz

Foto: Marcela Fae

Momente der Unentschiedenheit erlebt wohl jeder. Im Bezug auf Kleidung ist für mich dieser Moment, wenn ich eine Bluse, Hose, T-Shirt, Pullover oder Jacke einmal kurz angehabt habe. Was nun damit? Zu sauber für die Waschmaschine, zu dreckig für den Schrank. Meine Entscheidung zur Lagerung dieser Kleidungsstücke: „Willkommen auf dem Stuhl im Schlafzimmer.“

Aber es gibt auch bei Kleidungsstücken einige Modelle, die mit ihrer Unentschiedenheit regelrecht glänzen. Früher war das Paradebeispiel dafür die sogenannte Übergangsjacke. Man brauchte eine vom Frühjahr in den Sommer und eine vom Herbst in den Winter. Heute bekommt man Übergangsjacken eigentlich nur noch in großen Kaufhäusern mit lang gedienten Verkäuferinnen. In einer Szene-Boutique in Mitte wird man Sie vermutlich nur seltsam anschauen, und was „Übergangsjacke“ auf Englisch heißt, kann ich Ihnen leider auch nicht sagen.

Ich kann Ihnen aber sagen, was die heimliche Übergangsjacke dieser Saison ist: Das Cape. Auch ein sehr unentschiedenes Kleidungsstück. Ist es nun eine Decke, ein Umhang oder eine Jacke? Es ist auf jeden Fall eine sehr schöne Alternative zum Mantel und passt wirklich jedem Figurtyp. Im Gegensatz zum Poncho, denn dieser nahe Verwandte des Capes wirkt nicht sonderlich figurformend und ist daher nur für wenige Trägerinnen optimal.

Aber Obacht: Mit dem Cape ist man tatsächlich nur in der Saison gut gekleidet, in der es angesagt ist. In diesem Herbst haben es die notwendigen Trendsetter an und alle große Marken einen Entwurf in der Kollektion. Der Vorteil des lockeren Designs ist, dass es jedes Outfit aufwertet. Egal ob zu Rock, Jeans oder Stoffhose, das Cape passt sich der Situation an.

Dabei ist es Geschmackssache, ob sie eher dem skandinavischen Stil in gedeckten Farben folgen oder den Brit Chic mit Tartanmuster und bunten Farben wählen. Wer die topmodische Variante möchte, der sucht sich ein Cape mit einem asymmetrischem Schnitt. Manchmal hat Unentschiedenheit eben doch etwas Gutes. Und wenn auch nur für eine Saison.

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