Stilfrage

Vom Möbeln und Mode

Möbel, Inneneinrichtung und Nippes sind mit Kleidern und Schuhen eine fruchtbare Partnerschaft eingegangen, hat Cordula Schmitz beobachtet.

Cordula Schmitz

Cordula Schmitz

Foto: Marcela Fae

Mode ist längst nicht mehr nur das, was man am Leib trägt. Grund dafür ist sicherlich auch die Gewinnmaximierung der Luxus- wie Retailkonzerne, Taschen und Sonnenbrillen haben ihren Gewinnzenit überschritten. Wir sollen die Marken nicht nur tragen, sondern möglichst auch in ihnen wohnen. Und das scheint gut zu funktionieren, ansonsten würden Nebenprojekte wie Zara Home oder H&M Home nicht wirklich gut laufen.

Möbel, Inneneinrichtung und Nippes sind mit Kleidern und Schuhen eine fruchtbare Partnerschaft eingegangen. Raf Simons entwirft Stoffe, Armani Casa richtet Hotels ein. Der neue Ikea-Katalog liest sich wie ein Modemagazin, die Überschneidungen sind gewollt und lukrativ. Was mit dem wirklich hässlichen Versace-Geschirr begann, findet seine geschmackvolle Umsetzung nun zum Beispiel in den Entwürfen von Designern wie Holly Fulton. Sie hat für ihre aktuelle Kollektion ein Universum aus Stoffen entworfen.

Sofas, Beistelltische sowie Kissen und Teppiche können nun passend zu den Kleidungsstücken geordert werden. In diesem Fall eine gelungene Kombination. Die Britin ist bekannt für ihre symmetrischen Drucke sowie kubistischen Formen und Farben. Ihre Models räkeln sich in 60er-Jahre-inspirierten Klamotten auf einem Diwan in Schwarz-Weiß und einem bunten Kissen. Wer in seiner modischen Welt wohnen möchte, sollte es allerdings nicht übertreiben. Niemand möchte einen Rock aus Sofastoff tragen.

Vielmehr geht es um die Weiterführung seines Stils im eigenen Universum. Der beste Rat ist es, sich die Inneneinrichtung der Läden anzuschauen, in denen man seine Lieblingssachen kauft. Dort holt man sich die nötige Inspiration für sein Heim. Natürlich ist diese Entwicklung keine Einbahnstraße. Möbelhäuser setzen immer mehr auf Modemarken. So hat Birkenstock seine eigene Bettenkollektion. Man ist aufeinander angewiesen, nicht zuletzt weil der stationäre Handel bei Möbeln wie bei Mode dem Kunden ein Ambiente bieten muss, das passt. Die Schicksalsgemeinschaft von Mode und Möbeln ist also noch lange nicht vorbei.

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