Klamotten ausmisten

Frühjahrsputz im Kleiderschrank: Minimalismus ist angesagt

Cordula Schmitz
Trennen Sie sich doch einfach mal von überzähligen Klamotten im Schrank

Trennen Sie sich doch einfach mal von überzähligen Klamotten im Schrank

Foto: dpa

Unsere Kolumnistin Cordula Schmitz bricht eine Lanze für wenige Klamotten im Kleiderschrank. Ihre Empfehlung: Trennen Sie sich!

Frühjahrsputz ist ein sehr altmodisches Wort. Die Tätigkeiten, die damit verbunden sind, erleben aber gerade wieder ein starkes Comeback. Nun geht es natürlich nicht darum, wie Sie Ihre Fenster streifenfrei bekommen. Nein, das Thema, das auch bei Fashionistas hoch im Kurs steht, ist das Ausmisten. Dass ich ein großer Fan von Minimalisierung beim Klamottenbesitz bin, ist in meinem Freundeskreis kein Geheimnis. Mich kann man sogar buchen. Gegen Kuchen oder so. Diktatorenmäßig wird dann der Kleiderschrank aussortiert. Ich dulde dabei keinen Wankelmut und kein Gejammer. Hinterher fühlt man sich besser und der direkt gebuchte Flohmarktstand spült ein bisschen Geld in die Kasse.

Was ich als Freundschaftsdienst anbiete, haben andere längst zu ihrer Profession gemacht. Zum Beispiel die Japanerin Marie Kondo oder die beiden Amerikaner Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus. Die beiden haben eine Webseite und ein sehr erfolgreiches Konzept, möglichst minimalistisch zu leben. Sie propagieren ein reiches Leben, das nicht mit Dingen in Verbindung gebracht wird. Manche Menschen denken ja, sich mit möglichst viel Besitz (Häuser, Ponys, Sofas, Autos, Klamotten) zu beschweren, würde die Sinnlosigkeit ihres Lebens füllen. Das ist nicht der Fall.

Trotzdem muss natürlich niemand nackt in einer Tonne leben. Der neue Minimalismus ist weniger Entbehrung als Kuratierung. Womit wir wieder beim Kleiderschrank wären. Trennen Sie sich, ich kann es gar nicht oft genug sagen. Dabei gelten keine Ausreden. Was Sie ein Jahr nicht mehr getragen haben, das werden Sie nie wieder anziehen. So einfach ist das. Nehmen Sie sich gerne diese Kolumne als Spickzettel zum Ausmisten. Gern geschehen.