Schumachers Woche

Ich wünsche mir eine Maske aus purem Gold

Der tägliche Kampf mit dem Mund- und Nasenschutz: Masken sind Verlierobjekte – immer sind sie weg, findet Hajo Schumacher.

Hajo Schumacher verliert häufig seinen Mund-Nasen-Schutz.

Hajo Schumacher verliert häufig seinen Mund-Nasen-Schutz.

Foto: pa/Montage BM

Wo zur Hölle ist nur wieder die Maske? Ich muss zum Zug. Vorsorglich hatte ich den Mund-Nasen-Schutz gut sichtbar zwischen Brieftasche und Fahrschein gelegt, gleich neben der Wohnungstür. Das Kind sei heute morgen zur Schule gegangen, erklärt die Chefin. Immerhin. Und weil Schule derzeit nun mal nur mit Maske geht, hat sich der Junge sich offenbar meinen Schutz geschnappt. „Kauf Dir im Bahnhof eine neue“, rät sie. Schon wieder? Von meinem Masken-Budget wären wir früher in Urlaub gefahren.

Wie Sicherheitsgurt und Radhelm ist die Schutzmaske mittlerweile in meinem Leben angekommen. Früher argumentierten Freiheitsliebende, dass der Sicherheitsgurt den Menschen erwürge; bis neulich galt der Mundschutz als eine Art Gesichts-Guantanamo. Inzwischen wird nicht mehr viel gequatscht, sondern das Ding übergezogen. Basta. Nur welches?

Masken sind Verlierobjekte – immer weg

Masken mögen zwar keine Verschleißartikel sein, aber es sind Verlierobjekte – immer weg. Eine Familienpackung Einwegmasken fällt aus – nicht nachhaltig. Als oberste Maskenregel gilt: Nie sichtbar für Familienmitglieder auslegen. Oder das Rauchen wieder angewöhnen. Und Knoblauchkonsum steigern.

Das Problem der kommenden Monate: Eine Maske genügt einfach nicht. Für draußen brauchen wir Goretex oder Schaffell, in der Firma besteht der Chef auf ein Modell mit Firmenlogo, zur Privatparty wünschen wir uns eine heitere Motiv-Variante passend zu den Smiley-Socken. Aber daheim finden wir bestenfalls ein eiterfarbenes Trichtermodell, TÜV-zertifiziert zwar, aber für Mitmenschen das klare Signal, dass man niemanden kennenlernen möchte.

Zu Weihnachten wünsche ich mir eine Maske aus purem Gold

Wann wird endlich die virtuelle Maske erfunden, transparent und mit jedem beliebigen Motiv zu versehen? Wenn man das Silicon Valley mal braucht. Die Maske im Bahnhof ist sehr braun, kostet so viel wie eine Designer-Krawatte und riecht nach chinesischer Giftmülldeponie. Mein Onkel hatte früher ein silbernes Feuerzeug, weil er glaubte, auf ein kostbares Stück passe er einfach besser auf. Zu Weihnachten wünsche ich mir eine Maske aus purem Gold.