Lebenslagen

Softie oder Macho? Frauen wissen nicht, was sie wollen

Gaaaanz schlechte Nachricht für Männer! Sie finden ihre Rolle im Umgang mit Frauen nicht. Liegt daran, dass Frauen ihren Traummann immer neu definieren.

Mal war es der Macho, dann der Softie, der mit seiner schwangeren Sozialpartnerin in die Atemgruppe geht und den Müll sortiert. Dann folgte der reduzierte Macho.

Und jetzt - ja, was denn nun? Frauen wissen es - so jüngste Umfragen - offenbar selbst nicht, welchen Typ sie favorisieren. Weicheier und Frauenversteher jedenfalls haben keine Chance (wer kann auch schon eine Frau verstehen?). Machos, die sagen, wo es lang geht - null Chancen.

Die Orientierungslosigkeit von Frauen macht Männer immer ratloser. Der Mann von heute fliegt durch die Gegend wie eine angeschossene Brotfliege. Weil er nichts falsch machen will, gibt er sich moderat und denkt mit Wehmut an Zeiten zurück, als er noch das Sagen hatte und jeder Wunsch als Befehl verstanden wurde. Hier ein paar Beispiele aus dem prallen Leben von einst und heute.

Früher. Er sagt zu ihr: "GMBH" (geh mir Bier holen).

Heute: "Schatz, wenn du in der Küche bist, sei doch so gut und bringe mir ein Bier mit."

Früher: "Zum Geburtstag deiner Mutter geh mal besser allein. Ich langweile mich dort zu Tode. Außerdem läuft im Fernsehen die Champions-League."

Heute: "Ich freue mich riesig auf die Feier. Deine Mama ist ja wirklich ein Schatz. Und deine liebe Familie ist immer sehr amüsant. Ich muss nicht jedes Fußballspiel im Fernsehen gucken. Soll ich Blumen besorgen?"

Früher: "Hausputz ist deine Angelegenheit! Ich bin unten in der Kneipe. Will nicht im Wege stehen und hasse den Staubsaugerlärm. Ruf mich über Handy an, wenn du fertig bist."

Heute: "Ich mal jetzt mal die Wohnung sauber. Geh ruhig ein bisschen shoppen. Wenn du wiederkommst, ist alles blitzblank."

Früher: "Auf dem Postamt, in chemischen Reinigungen und an Wursttheken im Supermarkt haben Männer nichts verloren. Da treffen sich nur die Gescheiterten. Möchtest du mit so einem verheiratet sein?"

Heute: "Post und Reinigung - mach ich mal gleich. Und dann hole ich noch etwas Aufschnitt. Musst du dich ja nicht auch noch drum kümmern."

Früher: "Dienen macht Freude, Schatz! Sei dankbar, dass du dienen darfst. Und das an der Seite eines Mannes, der es verdient hat, bedient zu werden."

Heute: "Leg deine Bügelwäsche hin, ich mach das. Und wenn du möchtest, putze ich auch deine Schuhe. Ist doch selbstverständlich."

Früher: "Fasching im Kindergarten? Da müsst ihr auf mich verzichten. Was soll ich denn da?"

Heute: "Ich mache diesmal mit beim Gemüseballett der Väter. Ich gebe die Tomate. Wäre lieber die Karotte, aber die spielt schon der Bankier Piepenhuber."

Ja, ist das nicht grausam, wie sich die Welt verändert. Als unser Max noch ganz klein war, bin ich mal in die Krabbelgruppe mitgegangen. Da wurde den lieben Kleinen Tänze vorgeführt. Ich war der einzige Mann. Es war eine besondere Erfahrung, mit fremden Frauen Ringelreihen zu tanzen. Ich hab das natürlich keinem erzählt. Jetzt ist die Zeit reif dafür, sich zu bekennen, was für ein Trottel ich mal war. (Susi: "Was heißt war?")

In diesem Jahr kommen Wahlen ohne Ende auf uns zu. Leider weiß ich überhaupt nicht, was ich wählen soll. Vielleicht wähle ich die FRG, die BLO, die EGT, die MVF, die FKK, den ZDV oder GEHV. Alles gute Parteien mit Aussagen, die sich von der Saucenbindung der Großen Koalition unterscheiden. Von den Repräsentanten der genannten alternativen Parteien ist noch keiner aufgefallen wegen Steuerhinterziehung, Kinderpornosammeln, Suff-Fahrten oder Diebstahl. Damit fehlen ihnen natürlich die wesentlichen Merkmale, die erforderlich sind, uns zu regieren. Aber auch Parteien können sich ja entwickeln.

Übrigens: Erforderlich ist eine gewisse Lügenbereitschaft. Lügen sind das Salz in der politischen Suppe. Erst regen sich alle auf, dann kommt die nächste Lüge, und die davor ist vergessen. Die hohe Kunst der Politiker: Selbst dann lügen, wenn man die Wahrheit sagt. Dann macht man nichts falsch, ungelogen.