Geschichten aus Zoo und Tierpark

Fotostunden mit Berliner Pelikanen

Berlin dürfte der einzige Ort in Europa sein, wo alle Pelikanarten leben - und man kann sie sogar anfassen. Sie werden im Tierpark teilweise schon in der vierten Generation gezüchtet.

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Im Tierpark Friedrichsfelde leben alle Pelikanarten. Vom Frühsommer an watscheln die Vögel frei am Schloss herum und nehmen Kontakt zu den Besuchern auf. Zooreporterin Tanja Laninger hat sie vorab in ihren Winterquartieren besucht.

Video: BMO
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Zu sehen sind mehr als 50 Rosa- und Krauskopfpelikane, Rotrücken-, Fleckschnabel- und Brillenpelikane, Chilepelikane und seit Ende 2010 auch Nashornpelikane. Vom Frühsommer an watscheln Vertreter aller Arten frei am Schloss Friedrichsfelde herum und nehmen Kontakt zu den Besuchern auf. "Sie versuchen, mit ihrem Schnabel an Taschen und Schnürsenkeln zu ziehen. Vor allem die neugierigen Jungtiere interessieren sich für alles, was blinkt", sagt Tierpark-Kurator Martin Kaiser. Es könnte ein Fisch sein, das Hauptnahrungsmittel der Vögel. Viele Besucher lassen sich begeistert mit ihren gefiederten Freunden fotografieren.

Im Winter sind die Tiere in ihrer Brutkolonie zu beobachten. Das Besondere: Pelikane brüten ihre Eier mit den Füßen aus - die Zehen und Schwimmhäute sind stark durchblutet. Die Brutzeit beträgt einen Monat. Wenn die Eltern ihren Nachwuchs nicht aufziehen, übernehmen die Tierpfleger. Sie müssen die vor Hunger brummenden Nesthocker, die nackt und blind auf die Welt kommen, in der ersten Lebenswoche sechsmal täglich füttern. Drei Monate später werden die Vögel flügge.

Am auffälligsten sind die Brillenpelikane. Ihr Gefieder ist schwarz-weiß gefärbt, um die Augen tragen sie blassgelbe Ringe, die sich zur Brutzeit gelborange färben. Auch der Schnabel sticht hervor. Der Oberschnabel liegt wie ein flacher Deckel auf dem Unterschnabel, der aus zwei Knochenspangen besteht. Die Haut dazwischen ist so dehnbar, dass Pelikane, die gern in Gruppen jagen, Fische aus dem Wasser käschern können. Alle Pelikane sind sehr leicht gebaut, sie wiegen maximal 15 Kilogramm und schwimmen wie Korken auf dem Wasser. "Ihre Knochen sind leicht, und sie tragen Unterhautpolster aus Luft. Es knistert, wenn man sie anfasst", sagt Kaiser.

Pelikane leben auf allen Kontinenten außer der Antarktis. Sie sind nicht geschützt - bis auf den größten, den Krauskopfpelikan. Er steht in Anhang I von Cites - dieses Washingtoner Artenschutzabkommen reglementiert den Tierhandel. Im Zoo leben auch Rosa-, Rötel- und Brillenpelikane; und die Krauskopfpelikane sind sogar im Winter auf dem Teich zu sehen.

Weitere Kolumnen von Tanja Laninger unter: morgenpost.de/tierfamilie

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