Auf dem roten Teppich

Lena Meyer-Landrut und Mark Forster sind für Klatsch ideal

Vom „Luxus-Liebesnest“ bis zu Doppelnamen: Lena Meyer-Landrut und Mark Forster regen die Fantasie an, meint Annika Schönstädt.

Foto: Getty/Reto Klar / BM

Lena Meyer-Landrut und Mark Forster sind ein Paar - und das Internet rastet aus. In meiner Twitter-Blase wünschen die Menschen „nur das Beste und bitte keine gemeinsamen Lieder“, lästern über „deutsche Beyoncé und Jay-Z“ und überlegen sich zukünftige Doppelnamenkonstellationen. Ich liebe es!

Weil die beiden Protagonisten schweigen, muss die Klatschpresse erfinderisch werden. Musikerkollege Nico Santos wird in einem Radiointerview als Zeuge herangezogen, die „Bunte“ zeigt das „Luxus-Liebesnest“ anhand von Beispielbildern aus dem Immobilienprospekt und dann, endlich, gab es vor ein paar Tagen einen Paparazzi-Abschuss. Lena und Mark vor dem Sankt Gertrauden Krankenhaus in Wilmersdorf. Sie im Teddymantel, er auf Krücken und – das ist die eigentliche Sensation – ohne Basecap und damit schlagartig um mindestens 20 Jahre gealtert.

Am Freitag folgte ein weiterer Lichtblick für meine Zunft und mich. Eine Mail mit der Ankündigung des Animationsfilms „Trolls World Tour“. Und jetzt raten Sie mal, wer die Synchronstimmen der beiden hauptdarstellenden Trolle Poppy und Branch sind. Richtig, Lena und Mark. Ich vermute, beim Verleih wurde vor Freude über diesen unerwarteten Coup schon die eine oder andere Flasche Champagner geköpft.

Bereits beim Vorgänger „Trolls“ von 2016 hatten die Musiker diesen Job übernommen. Ich habe sie damals sogar zusammen interviewt. Wäre ich Boulevardjournalistin, könnte ich daraus jetzt eine hübsche Geschichte machen: Wie ICH, die Morgenpost-Reporterin, einmal Lena Meyer-Landrut und Mark Forster traf. War es damals schon mehr als Freundschaft? Oder eher eine Liebe nach dem Motto „Tausend Mal berührt“?

Mit dem Partner zusammenarbeiten? Der absolute Horror!

Ich kann mir jedenfalls genau vorstellen, wie die Interviews dieses Mal ablaufen werden. Keine privaten Fragen, ist eh klar. Vielleicht geben die beiden auch gar keine Interviews zu zweit. Denn das würde ja eben solche Texte nach sich ziehen: Wie sehen sie zusammen aus? Machen sie weiterhin „The Voice Kids“? Und zerstört das gemeinsame Arbeiten ihre junge Liebe?

Für mich wäre es der absolute Horror, meinen Partner jeden Tag im Büro zu treffen. Nirgendwo hat man seine Ruhe. Ein paar meiner Kollegen praktizieren das allerdings erfolgreich. Und es gibt ja auch genug prominente Paare, die aus dieser Konstellation ein erfolgreiches Geschäftsmodell gemacht haben. Heino und Hannelore, Robert und Carmen Geiss, der Wendler und seine Laura. Für Journalisten eigentlich ein Fest.

Manchmal führen sogenannte Liebesinterviews aber auch zu unangenehmen Situationen. Wenn Dana Golombek freimütig über das Für und Wider von Hochzeit und einer gemeinsamen Wohnung spricht, während Christoph M. Ohrt sich über das viel zu private Thema empört beispielsweise.

Oft ruiniert das Liebes-Aus auch die Karriere

Und nicht immer geht das am Ende gut. Denken Sie nur an Sonny und Cher, Ike und Tina Turner, Elizabeth Taylor und Richard Burton. Oft ist nach dem Liebesaus auch die Karriere ruiniert. Also versuchen es manche weiterhin miteinander. Agnetha, Benny, Björn und Frida von Abba, Al Bano und Romina Power, Cindy und Bert. Cindy Berger erzählte mir einmal, dass bei der Trennung natürlich die Fetzen geflogen seien. Als der Ärger verflogen war, habe sie mit Bert aber wieder gut befreundet sein können.

Ich finde das erstaunlich. Noch weniger als meinen Partner möchte ich meinen Ex bei der Arbeit treffen. Auch dieses Thema wird von Roten-Teppich-Strategen natürlich genüsslich inszeniert, wenn ein ehemaliges Paar bei einem Event aufeinander trifft. Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf, Flori und Helene, Boris Becker und alle seine Ex-Freundinnen.

Hoffen wir also, dass uns Lena-Meyer Landrut und Mark Forster noch eine Weile erhalten bleiben. Der Spaß hat ja gerade erst angefangen. Das Doppelinterview habe ich natürlich schon angefragt.

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