Auf dem roten Teppich

Drei Wochen kalter Promi-Entzug. Fast!

Eigentlich wollte ich eine Prominenten-Auszeit nehmen. Aber einige von ihnen mussten ja unbedingt auch in Italien Urlaub machen.

Blick auf Capri: Unsere Promi-Reportertin bebachte die dortige Hochzeit von Heidi Klum und Tom Kaulitz aus der Distanz.

Blick auf Capri: Unsere Promi-Reportertin bebachte die dortige Hochzeit von Heidi Klum und Tom Kaulitz aus der Distanz.

Foto: dpa/Reto Klar/BM Montage

Drei Wochen Urlaub auf Sizilien liegen hinter mir. Ende Juli, Anfang August, schönstes Sommerloch, was soll da schon passieren, dachte ich. Und dann heiraten Heidi Klum und Tom Kaulitz ausgerechnet in dieser Zeit. In Italien! Glücklicherweise auf Capri, ein paar Inseln weiter. Sonst hätte ich mich noch verpflichtet gefühlt, meine Sonnenliegenstarre zu unterbrechen. So konnte ich alles aus der sicheren Distanz eines normalen Klatschzeitungslesers beobachten.

Eine 99 Meter lange Jacht also, die einmal Aristoteles Onassis und Jackie Kennedy gehörte und deren Barhocker einst mit Leder aus der Vorhaut von Walen bespannt waren. Wer hat, der kann, so meine Gedanken, während ich mich auf meiner Luftmatratze aus handelsüblichem Plastik umdrehte. Die Looks der beiden fand ich dann recht extravagant. Mit seinem hellen Anzug und den offenen langen Haaren erinnerte mich Tom Kaulitz an Lieutenant Dan bei der Hochzeit von Forrest Gump. Der Rüschentraum von Heidi Klum hingegen ließ mich an Lady Diana und ihre Royal Wedding von 1981 denken.

Italien als Ort des Jawortes ist bei Promis hingegen fast schon ein Klassiker. George Clooney und seine Amal, Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic, Manuel Neuer und seine Nina, Victoria Swarovski und ihr Werner, Barbara Meier und ihr Klemens … Heidi und Tom hängten gleich noch ein paar Tage Flitterwochen hinten dran und badeten verbotenerweise in der berühmten Blauen Grotte. Blöderweise wurden sie dabei von der Polizei erwischt. Kostenpunkt: 6000 Euro.

Dass sich deutsche Touristen im Ausland danebenbenehmen, ist ja leider keine Seltenheit. Stichwort: Mallorca ist nur einmal im Jahr. Auch Victoria und David Beckham waren zeitgleich mit mir im Italien-Urlaub. In Apulien. Also um die Ecke quasi. Glaubt man Instagram, waren beide dabei allzeit tipptopp gestylt. Beispielsweise am Abend weißes Shirt mit camelfarbenen Chinos im Partnerlook, dazu goldene Heels mit passender Clutch für die Dame, Loafers für den Herrn. Oder lässiger für den Tagesausflug auf dem Fahrrad: Rocker-Bandana und oben ohne für Ihn, Basecap und unter dem Shirt hervorblitzender Bikini für Sie.

Auf Sardinien trafen sich die Stars

Das modische Highlight meines Urlaubs war eine Art blaue Kittelschürze, mit denen Frauen angehalten waren, sich beim Betreten einer Kirche keusch zu bedecken. Praktischerweise gegen einen Obolus vor Ort zu erwerben. Ich habe sie mal mitgenommen. Vielleicht lässt sie sich ja noch irgendwie geschickt kombinieren. Die nächste Fashion Week kommt bestimmt. Ansonsten beschränkte sich mein Outfit drei Wochen lang hauptsächlich auf Jeansshorts und Bikini. Schuhe werden im Sommerurlaub völlig überbewertet, genauso wie Make-up. 20 Kilogramm Gepäck hatte ich natürlich trotzdem dabei. Ich habe die Hoffnung, dass es bei Familie Beckham genauso war. Dass sie sich nur für ein paar Fotos herausgeputzt haben und den Rest der Zeit aussahen wie ganz normale britische Touristen. Accessoires: Bierchen und ein bisschen Sonnenbrand. Man kennt das ja.

Auf Sardinien trafen sich derweil Stars wie Rita Ora, Ellie Goulding, Nicole Scherzinger und Ricky Martin zu einer Charity-Gala von Unicef. Und am Comer See gönnte sich Miley Cyrus nach der Trennung von Kurzzeitehemann Liam Hemsworth einen Freundinnentrip mit Benefits. Auf Sizilien hingegen gähnende Promileere. Erst am Flughafen in Palermo kam ich dann noch zu meiner VIP-Sichtung. Also glaube ich zumindest. In der Securityschlange hinter mir warteten drei ältere Herren mit Instrumentenkoffern. Typ: abgehalfterter Rockstar. Plötzlich Unruhe bei den Italienern vor mir, Handys wurden gezückt und Selfies gemacht. Ich habe nicht nachgefragt, obwohl es sehr gekribbelt hat. Ich war ja schließlich außer Dienst. Ab heute dann wieder, versprochen.