Kolumne Thadeusz

Jeder sollte verstanden haben, dass ein Virus unterwegs ist

Vorschriften bringen beim Kampf gegen das Coronavirus nicht so viel wie die eigene Vernunft, meint Jörg Thadeusz.

Kolumnist Jörg Thadeusz

Kolumnist Jörg Thadeusz

Foto: dpa/BM Montage

So schlagfertig, so cool, ein Lachen, als würde eine Party beginnen, bei der bald Luftballons von der Decke schneien. Nach einer einzigen persönlichen Begegnung war ich Manuela-Schwesig-Fan. Nun ist es bei ihr, wie es auch bei mir ist: Wir haben eine der Sonne abgewendete Seite.

Ich benutze im Straßenverkehr wie für Spieler des FC Bayern München ekelhafte Ausdrücke und möchte immer am selben Ort Urlaub machen. Bei Frau Schwesig blubbt an die Oberfläche, was sie eben auch ist: Finanzbeamtin und Politikerin der staatsgläubigen SPD. Wir Bürger sind für sie eben nicht Bürger. Sondern entweder Zahlungspflichtige, die gepfändet werden, wenn sie nicht gehorchen. Oder hilflose Mündel, denen mit irgendeinem Geld aus dem Sozi-Sack beim Leben geholfen werden muss.

Momentan entscheidet die Ministerpräsidentin Schwesig, wer in ihrem Bundesland übernachten darf. Nach Bauchgefühl, denn belastbare Studien hat sie keine. Sie glaubt, dass sie sich als Stiefmutter der Nation für höhere Ämter empfiehlt. Warum bieten wir uns eigentlich übergriffigen Regierenden zur Adoption an? Jeder und jede kann seit spätestens März wissen, dass eine von Mensch zu Mensch übertragene Krankheit unterwegs ist, gegen die im schlimmsten Fall medizinisch nichts hilft. Inwiefern muss mir dann Herr Söder sagen, dass ich möglichst nicht mit 70 anderen schwitzenden Erwachsenen in einem kleinen Wohnzimmer die übliche Schaumparty feiern soll?

Wäre ich der Vater eines Blödmanns, der sich unbedingt mit anderen Idioten zum Seuchenrudeln im Park treffen muss, warum kriege ich den nicht in den Griff? Kommt der schneller zur Vernunft, wenn ihm die Bundeskanzlerin eine Corona-Gruselgeschichte erzählt? Mich darf seit 34 Jahren zum Glück niemand mehr nach meinen Erziehungsberechtigten fragen. „Alleinverantwortlich“ klingt für mich nicht schlimm. Sondern fast so gut wie „frei“.