Golfgeflüster

Freundschaftspflege auf dem Fairway

Mit dem Deutsch-Amerikanischen Freundschaftspokal erinnert der Golfclub Wannsee an die langjährige Verbundenheit mit den Amerikanern

Deutsch-Amerikanischer Freundschaftspokal im Golfclub Wannsee

Deutsch-Amerikanischer Freundschaftspokal im Golfclub Wannsee

Foto: Photo HubeR

Traditionen und Freundschaften müssen gepflegt werden, um sie lebendig zu halten. Im Golf- und Landclub Wannsee, mit 124 Jahren einem der ältesten Golfclubs Deutschlands, wurde am Sonntag mit dem Deutsch-Amerikanischen Freundschaftspokal an ein besonderes Kapitel des Clubs erinnert. Nach Kriegsende requirierten die US-Alliierten 18 Löcher der Golfanlage in Wannsee und gründeten dort einen Golfclub. Die deutschen Mitglieder mussten sich mit den neun Bahnen am Stölpchensee begnügen.

1994 Rückgabe an die Deutschen

Im Laufe der Zeit wurden auch Berliner in den amerikanischen „Berlin Golf Club“ aufgenommen, aus Besatzern und Besiegten wurden Sportkameraden und Freunde. Als die Amerikaner 1994 aus Berlin abzogen, übergaben sie die Golfanlage in Wannsee an die deutschen Mitglieder.

Bob Wise, der ehemalige Manager des amerikanischen Clubs, sein Landsmann und früherer US-Soldat J.C. Moss und die Unternehmer Peter Huber und Christian Pepper gehören zu den Gründern und Organisatoren des Freundschaftspokals. „Uns liegt die Verbindung zwischen Deutschen und Amerikanern wirklich am Herzen“, sagt Peter Huber.

Deutsch-Amerikanische Flights

Für das 25-jährige Jubiläumsturnier haben sie Spender und Sponsoren für Tee-Geschenke und Preise gewonnen, ein Club-Mitglied spendierte wie jedes Jahr das Coming-Home-Beer nach der Runde, ein amerikanisches Miller-Bier. Gespielt wurde Zweier-Scramble, in vielen Flights in gemischt deutsch-amerikanischen Teams. Bis heute sieht die Satzung des Golfclubs Wannsee vor, dass 50 Mitgliedschaften den diplomatischen Vertretern der US-Botschaft in Berlin vorbehalten sind. Unter den 110 Turnier-Teilnehmer war auch der Verteidigungs-Attaché der US-Botschaft, Colonel David M. Knych. Er gewann das Turnier, gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Golfclubs, Yasin Turhal. „Es gibt nur noch wenige solcher Gelegenheiten, an die lang gewachsene deutsch- amerikanische Freundschaft zu erinnern“, erklärte der Colonel bei der Siegerehrung. Beim Barbecue auf der Terrasse war man sich einig: Nichts verbindet so sehr wie eine gemeinsame Golfrunde.