Arnos Woche

Der gute Ton per E-Mail: Ein einfaches "Ok" genügt!

In Mails quatscht man nicht. Selbst Floskeln wie eine Anrede oder ein Gruß am Ende sind überflüssig, meint Arno Müller.

Ich bin ein äußerst minimalistischer E-Mailer. In meinen Antwort-Mails steht „Ok“, auch wenn Ihre Frage-Mail davor noch so lang war. Floskeln wie eine Anrede oder ein Gruß am Ende halte ich für überflüssig, in Mails quatscht man nicht. Dabei will ich nicht etwa unhöflich sein, sondern ich handele so aus Zeitgründen: Ich habe besseres zu tun, als online herum zu schwafeln. Zum Beispiel unterhalte ich mich lieber persönlich mit jemandem.

E-Mails bergen auch, je ausschweifender sie sind, die Gefahr, dass man sich missversteht. Ich mag das nicht. Es fehlt der schriftlichen Kommunikationsform eben alles Nonverbale, was aber für die Einordnung von Gesagtem wichtig ist. Häufig sehe ich dann, dass Emoticons in Mails verwendet werden, wahrscheinlich, um die nicht vorhandenen Gefühlsregungen wie Gestik oder Mimik auszugleichen. Das finde ich ja nun vollkommen blöd. Nein, ich möchte keinen Winke-Smiley geschickt bekommen und ich brauche ihn auch nicht, um zu verstehen, dass der Absender mich freundlich grüßen will! Auch privat halte ich mich da lieber zurück. Ein erwachsener Mann schickt einer Frau einen Smiley mit Herzchenaugen, um damit seine Liebe zu erklären? Also bitte! Oder vielleicht noch als Gute-Nacht-Gruß ein schnarchender Smiley. Der eignet sich meiner Meinung nach gerade mal für den Austausch von FünfJährigen.

Aber mein E-Mail-Umgang ist vielleicht nicht unbedingt der beste. Und zugegeben, der eine oder andere Kollege hat auch schon gemurrt, wenn ich ihm oder ihr mein Arno-typisches einfaches „Nein“ auf mehrere Lösungsvorschläge hin geschickt habe – ohne die schriftliche Bitte, sich weitere Gedanken und Vorschläge zu machen und auch ohne ein „Liebe…“ davor oder ein „Danke“ danach.

Kommunikationsberater empfehlen, dass man seine Mails dem Empfänger anpassen solle. Zum Beispiel, wenn man jemanden persönlich kennt, sollte man ihn genauso in einer E-Mail begrüßen wie bei einer Begegnung im Fahrstuhl. Okay, ich kann ja meine Leute in Zukunft mit einem „Hallo“ anschreiben, das geht. Auch raten die Fachleute, dass man den Zeitaufwand des E-Mail-Empfängers gering halten soll, im Zweifel also weniger schreiben als mehr. Sag’ ich doch!

Arnos Woche