Arnos Woche

Schluss mit Facebook

Arno Müller über den Onlinedienst, der längst mehr ist als nur ein soziales Netz

Gründer  Mark Zuckerberg hat Facebook schon jetzt zu einem multidisziplinären Online-Konzern gemacht.

Gründer Mark Zuckerberg hat Facebook schon jetzt zu einem multidisziplinären Online-Konzern gemacht.

Foto: Peter Dasilva / dpa

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie diese Überschrift lesen? Ist das vorstellbar? Sind wir nicht so verwoben mit dem sozialen Netzwerk, dass es nicht mehr wegzudenken ist aus unserem Alltag?

Mark Zuckerberg hat aber auf der letzten großen Entwicklerkonferenz in San Francisco mitgeteilt, dass es das soziale Netzwerk nicht mehr gibt. Ich denke, der Mann ist ein äußerst gewiefter Geschäftsmann, umsonst verbreitet er also eine solche Feststellung nicht. Was ist da an mir vorbeigegangen? Schon länger prognostizieren die Onlineforscher dem Onlinedienst sein Ende: Die Begeisterung der User rutsche mehr und mehr in eine Routine, der Dienst sei zu nüchtern, Facebook würde den Bloggern weichen müssen, heißt es.

Zuckerberg wäre aber nicht Zuckerberg, hätte er nicht vorgesorgt. Er hat Facebook schon jetzt zu einem multidisziplinären Online-Konzern gemacht. Dienste wie Whats App, Instagram und der Facebook-Messenger sind längst sein eigentliches Produkt geworden. Der Messenger soll dann auch die Zukunft für das Unternehmen bringen, zurzeit sind hier bereits 600 Millionen Menschen unterwegs. Mit einem eigenen App Store können wir nun auch animierte GIFs, interaktive Videos oder Minispiele nutzen.

Zuckerberg will für E-Commerce immer attraktiver werden, er wird alles anbieten, was für Werbe- und Geschäftskunden interessant sein könnte. Digitaler Ausweis, ein Newsdienst, eine Flirtplattform, Datenzusammenstellungen, Apps, Spiele – und damit Geschäfte machen, das ist Facebook in Zukunft. Nach Zuckerberg. Ein Tanz auf vielen Hochzeiten.

Ob das alles nun wirklich so kommen wird, weiß ich nicht, aber was feststeht ist: Facebook stellt inzwischen weit mehr dar als das, was wir Nutzer sehen, wenn wir Facebook.com oder die Facebook-Apps aufrufen. Es wird also nicht Schluss sein mit Facebook, aber wir können es uns abgewöhnen, bei Facebook als erstes an das soziale Netz denken.