Arnos Woche

„Deutschlands beste Morgensendung“ und das große Warten

Letzte Woche ist der Deutsche Radiopreis verliehen worden. „Arno und die Morgencrew“ wurde als beste Morgensendung ausgezeichnet. Arno Müller merkt wieder, wie sehr er das Radiomachen liebt.

Foto: Georg Wendt / dpa

Ich liebe Radio – spontan, schnell, unmittelbar. Das fällt mir immer wieder extrem auf, wenn ich zu Gast beim Fernsehen bin. Letzte Woche Donnerstag wurde in Hamburg der Deutsche Radiopreis verliehen. „Arno und die Morgencrew“ war nominiert als beste deutsche Morgensendung. Schon eine Woche vorher ging es los mit der Frage: „Was ziehe ich an? Smoking - klar!“. Smoking aus dem Kleiderschrank gekramt und anprobiert. Mist, obwohl kaum getragen, geht der Schnitt gar nicht mehr. Hose viel zu weit an den Beinen. Sakko zu lang und Schultern viel zu breit. Ein neuer Smoking musste her.

Am Tag der Preisverleihung im Hotel angekommen, ging das große Warten los. Warten auf den Shuttle, der mich schon um 17.20 Uhr abholen sollte, obwohl die Veranstaltung erst um 20 Uhr begann. Vor der Halle hieß es dann: Warten auf meine Pässe, mit denen ich hinter die Bühne kommen sollte, die waren aus Versehen in einem anderen Hotel gelandet. Dann 20 Minuten warten für drei Minuten Maske – bis zur Verleihung ist der Puder längst wieder ab.

Nach der Maske: warten auf die Bühnenbegehung und Einweisung. Eine halbe Stunde warten für zwei Minuten Einweisung. Hier war die wichtigste Information: Wenn wir gewinnen, dürfen wir auf der Bühne maximal 60 Sekunden reden. Wieder warten auf den Beginn der Veranstaltung um 20 Uhr. Dann endlich: Die Show beginnt, und ich warte auf die Rubrik „Beste Morgensendung“, die erst um 21.30 Uhr dran ist. Gewonnen – super – Freude – 60 Sekunden bedankt – ab hinter die Bühne und wieder warten auf den Fotografen.

Zurück zum Tisch? Nein, das wäre viel zu einfach, erst warten bis zur nächsten MAZ-Einspielung, man stört sonst die Kameras. Am Tisch angekommen, warten auf das Finale. Finale, warten, bis alle Preisträger anwesend sind, kommen nicht alle, umsonst gewartet, kein Gruppenfoto. Fertig, jetzt endlich ein Glas Wein, warten an der Bar. Resultat: Drei Minuten Maske, zwei Minuten Einweisung, eine Minute Preisverleihung, eine Minute Danksagung, ergibt sieben Minuten Action. Zeitaufwand ohne Anreise nach Hamburg: 300 Minuten.

Deshalb liebe ich Radio, aber für den Titel „Deutschlands beste Morgensendung“ hat sich das Warten ja gelohnt.