Mittendrin

Jana Schimke, die neue Miss Bundestag aus Brandenburg

Florian Kain über die 34 Jahre alte CDU-Politikerin, die bei der Bundestagswahl überraschend den Wahlkreis Dahme-Spreewald holte und jetzt Schönheitskönigin des Parlaments ist.

Foto: Jana Schimke

Das nennt man wohl eine Blitzkarriere: Jana Schimke, die bei der Bundestagswahl erstmals seit Menschengedenken den bislang tiefroten Wahlkreis 62 zwischen dem südlichen Stadtrand von Berlin und dem Spreewald für die CDU holte, darf sich jetzt auch noch mit dem Titel „Miss Bundestag“ schmücken. Die 34 Jahre alte, bislang eher unbekannte Politologin ging mit 42 Prozent der abgegebenen Stimmen als Siegerin einer Online-Abstimmung bei „bild.de“ ins Ziel.

Sie schlug souverän die ehrgeizige CSU-Newcomerin Kathrin Albsteiger (16 Prozent). Albsteiger kassiert damit nach dem Verlust ihres Landesvorsitzendenjobs bei der Jungen Union Bayern einen zweiten Dämpfer – aber so ist das nun mal in der Politik. Auf den Plätzen folgen die beiden Linke-Politikerinnen Sahra Wagenknecht (zwölf Prozent) und Susanne Karawanskij (sieben Prozent). Die zierliche Schimke ist den Trubel um ihr Aussehen jedenfalls gewohnt: Im Wahlkampf bekam sie sogar Post von Verehrern, die nach übrig gebliebenen Plakaten mit ihrem Konterfei fragten, um sie zu Hause aufzuhängen. Die Diskussion, wer denn nun die neue „Miss Bundestag“ ist, gehört sowieso traditionell zum Programm, wenn das neu gewählte Parlament zusammentritt – und ist eine der ersten Chancen, auf sich aufmerksam zu machen, während man im Büro noch die Topfpflanzen aufstellt.

Ein ebenso beliebtes Spiel ist immer die Suche nach dem ältesten und jüngsten Parlamentarier. So tingelte einmal mehr Alterspräsident Heinz Riesenhuber (CDU, Jahrgang 1935) von Auftritt zu Auftritt im Regierungsviertel, gerne im Duo mit Mahmud Özdemir (SPD, Jahrgang 1987) oder – wie bei der ungezwungenen Kennenlernveranstaltung „Brot und Salz“ – mit Emmi Zeulner (CSU, ebenfalls Jahrgang 1987 und übrigens elfte bei der Misswahl). Riesenhuber verschwand schon vor vier Jahren nach einem ähnlichen Marathon gefühlt für den Rest der Legislaturperiode hinter den Mauern der ehrwürdigen Parlamentarischen Gesellschaft, deren Präsident er ist. Gut möglich, dass er dort bald mit den Vorbereitungen für seine Bundestagseröffnungsrede 2017 beginnt. Sollen sich die Debütanten doch derweil in den Ausschüssen die Hörner abstoßen.

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