Potsdam

Medikamentenskandal: „Behörde hat versagt“

Potsdam. Im Skandal um illegalen Medikamentenhandel hat Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) ein Versagen der behördlichen Aufsicht eingeräumt. Offensichtlich kriminelle Energie sei nicht durchschaut und verhindert worden, sagte Golze am Mittwoch in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses des Landtags in Potsdam.

Ein Brandenburger Pharmaunternehmen soll in Griechenland gestohlene und womöglich unsachgemäß gelagerte Krebsmedikamente an Apotheken in mehrere Bundesländer geliefert haben. Erste Hinweise darauf gab es bereits 2016, aber erst vergangene Woche wurde der Firma die komplette Betriebserlaubnis entzogen. Zwei Mitarbeiter des Landesamtes für Gesundheit hatten die Informationen monatelang zurückgehalten. Das Landesamt stellte Strafanzeige wegen des Verdachts der Vorteilsnahme gegen beide.

Es habe in der Aufsicht eine gravierende Fehleinschätzung oder Vorsatz gegeben, sagte Golze vor dem Ausschuss. Außerdem sei die Ministeriumsspitze viel zu spät über die Vorwürfe informiert worden. Auch nach der Aufdeckung des Skandals habe sie teilweise falsche Informationen erhalten. Golze kündigte an, nun die Aufsichtsbehörde „auf den Kopf“ zu stellen, damit sich so etwas nicht wiederhole. Seiten 2 und 15