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Für ein Leben im Grünen

Am Wasser, nah zum Flughafen BER und gut angebunden an die Zentren der Hauptstadt: Grünau wird als vielseitige Wohngegend immer beliebter

THERESIA BALDUS

Seit der Wende verfällt an der Regattastraße in Grünau die ­Riviera vor sich hin. Doch jetzt, nach mehr als 25 Jahren, tut sich etwas. Im Herbst dieses Jahres sollen hier die Bagger anrollen. Das historische Gebäude­ensemble mit seinem imposanten Ballsaal wurde Ende des 19. Jahrhunderts für Tanz- und Freizeitvergnügen errichtet. Bis zum Frühjahr 2020 soll es in eine Seniorenresidenz umgewandelt werden. Das Berliner Immobilienunternehmen Terragon hat über 60 Millionen Euro investiert, um rund 210 hochwertige Wohnungen für Menschen ab 70 Jahren zu schaffen. Im Objekt soll es dann auch Clubräume und einen Wellnessbereich geben. „In den Ostberliner Bezirken gibt es so etwas bislang nicht, die Nachfrage ist jedoch da“, sagte Geschäftsführer ­Michael Held kürzlich vor Pressevertretern.

Das Sanierungsvorhaben unweit der Regattastrecke an der Dahme steht exemplarisch für die Entwicklung in Grünau, den im Süden gelegenen Ortsteil von Treptow-Köpenick: Es entsteht anspruchsvoller und damit kostspieliger Wohnraum. „Wie in allen Gegenden in der südöstlichen Achse, die gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen sind, sehen wir auch in Grünau einen positiven Trend“, sagt Till McCourt, Leiter Recherche der Ziegert Bank- und Immobilienconsulting.

Immer mehr Menschen zieht es in den Ortsteil an der Dahme. Mit der Nachfrage nach Wohnraum steigen auch die Preise.

Die Attraktivität Grünaus begründet sich vor allem durch die Flusslage. Insbesondere für Wassersportler und Familien bietet der Ortsteil eine Menge. Im Freibad kann man schwimmen, auf der olympischen Regattastrecke wird gerudert. Gleichzeitig sind Wälder und Seen in der Nähe – eine ideale Umgebung für Naturfreunde und Ruhesuchende. Auch damit ist die Standortwahl für die Seniorenresidenz zu erklären. Aber auch Adlershof ist nicht weit, wo insbesondere im Wissenschaftspark mehr und mehr Arbeitsplätze entstehen. Zur Autobahn sind es ebenfalls nur ein paar Minuten, die S-Bahn ist fußläufig erreichbar. Man gelangt recht schnell und bequem ins Zentrum von Berlin. Vor allem aber ist man in kürzester Zeit am entstehenden Flughafen BER. „Grünau ist eine schöne, ruhige Wohnlage mit Wald und Wasser sowie guter Infrastruktur“, bringt es Oliver Giersch, Geschäftsführer beim Immobilienvermarkter Engel & Völkers Köpenick-Frohnau, auf den Punkt.

Diese Argumente überzeugen auch große Projektentwickler. So entsteht derzeit direkt an der Dahme das größte Neubau­projekt in Grünau: Seit 2013 entwickelt die deutsch-österreichische Immobiliengesellschaft Buwog das Projekt „52° Nord“ an der Dahme. Bis 2024 sollen im Abschnitt „Ankerviertel“ mehr als 1000 Wohneinheiten in mehreren Gebäuden entstehen. Die ersten gruppieren sich um ein 6000 Quadratmeter großes Wasserbecken. Rund 100 Wohnungen sind bereits bezogen. Die beiden nächsten Bauabschnitte starten in Kürze: Ein Gebäude entsteht unmittelbar am Wasser, etwas dahinter wird ein Holzhaus in Hybridbauweise gebaut. Das Quartier soll ein „gemischtes Viertel“ werden, betont die Buwog. Der Projektentwickler bezieht sich damit auch auf die Preise: Knapp ein Drittel der Wohneinheiten soll für rund 11,50 Euro kalt vermietet werden.