Berlin

„Tristan und Isolde“ als Psychodrama an der Staatsoper

Berlin. An der Staatsoper Unter den Linden schickt der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov „Tristan und Isolde“ auf einer Oligarchen-Jacht ins Unglück. König Marke wartet bereits auf seine junge Braut. Die Neuproduktion verlegt die Wagner-Oper ins Heute, ist zugleich ein zeitloses Psychodrama, Tristan der Psycho. Möglicherweise sind er und Isolde so etwas wie ein Liebespaar. Andreas Schager gibt dem liebessüchtigen Manipulator Wagner-Wucht und tenorale Leichtigkeit. Die ihm verfallene Isolde der Anja Kampe verzaubert durch viele Zwischentöne. Daniel Barenboim dirigiert die Partitur detailgetreu aus, eher im Klang zurückgenommen als nach Dauerekstase suchend. Am Ende der Premiere – nach fünfeinhalb Stunden – Jubel für die Künstler, der Regisseur wird auch ausgebuht.

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