Pop

So war Adel Tawil in der Columbiahalle

Tawil singt für diejenigen, die gerne über denn Sinn des Lebens sinnieren, gerne mitsingen und keine Überraschungen erwarten.

Adel Tawil am Samstagabend in Berlin.

Adel Tawil am Samstagabend in Berlin.

Foto: imago/Future Image

So schön anders soll es sein. Zumindest am Sonnabend in der Columbiahalle, denn da stellt Adel Tawil sein gleichnamiges Album vor. Schnell wird allerdings klar, dass sich hinter dem vielversprechenden Titel lediglich das verbirgt, wofür Tawils Songs schon seit langem stehen – harmlose Befindlichkeitstexte, angereichert mit Plattitüden, die von Zwischenmenschlichem erzählen - diesmal modern produziert und teilweise politisch.

Insbesondere der gleichnamige Opener, „Worte“ und „Ich bin wie ich“ - die ersten drei Titel des Abends - verdeutlichen die hohe Qualität der Band, den klar abgemischten Sound und die sehr aktuelle Pop-Produktion. Der 39-Jährige hat von Beginn an die Aufmerksamkeit seines überwiegend weiblichen Publikums, das von Schulkind bis Mitt-Fünfziger reicht.

Tawil ist jemand, der für die Masse singt. Wenn er vor Berliner Publikum erzählt, dass er „Gott steh mir bei“ nach dem Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt geschrieben hat, dann spricht das natürlich hier, in Berlin, eine große Masse an. Tawil singt für diejenigen, die gerne über denn Sinn des Lebens sinnieren, gerne mitsingen und keine Überraschungen erwarten. Nach 20 Titeln winkt Tawil seinem Publikum mit einem erleichternden Gesichtsausdruck zu und verabschiedet sich. Umso später der Abend, desto kratziger seine Stimme - Adel Tawil hat alles gegeben.