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Barrierefrei und mit Treppenlift

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Altersgerechte Umbauten ermöglichen einen längeren Verbleib in der bisherigen Wohnung. Technisch ist vieles möglich

MATHIAS STENGEL

Wer im Alter trotz körperlicher Einschränkungen sein gewohntes Wohnumfeld nicht verlassen will, kann sich durch bauliche Veränderungen ein barrierefreies Zuhause schaffen. Unproblematisch dürfte das auf jeden Fall sein, wenn man in seiner Eigentumswohnung oder im Eigenheim wohnt. Weit schwieriger ist es, Umbauten in einem Mietobjekt vornehmen zu lassen. Das bedarf immer der Zustimmung des Vermieters, und auch über die Kostenverteilung und mögliche Rückbauten nach Auszug müssen klare Vereinbarungen getroffen werden.

Aber prinzipiell ist technisch vieles möglich, wenn man sein Zuhause altersgerecht umbauen will. Das reicht von einem barrierefreien Zugang zu Haustür, Terrasse oder Balkon, Haltegriffen im Bad bis zu höhenverstellbaren Anrichten in der Küche oder einem Treppenlift. Damit dies finanzierbar ist, fördert der Staat über die KfW-Bank Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren durch Zuschüsse und zinsgünstige Kredite. Unter Programmnummer 159 vergibt die KfW Kredite bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit an Eigentümer, Vermieter und Mieter von Immobilien. Alternativ können beim Programm 455 Privateigentümer von Immobilien Zuschüsse für den barrierefreien Umbau in Anspruch nehmen. Die KfW-Bank übernimmt bis zu 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 6250 Euro pro Wohneinheit. Mit den zinsgünstigen Krediten können Rampen errichtet, Treppenlifte eingebaut, Bäder umgestaltet oder Schwellen beseitigt werden.

Staatliche Zuschüsse für

Umbaumaßnahmen

Dass ein altersgerechter Umbau eine teure Angelegenheit werden kann, zeigen schon allein die Kosten, die für den Einbau eines Treppenlifts in einem mehrstöckigen Eigenheim anfallen können. Da bei Treppenliften immer eine individuelle Anpassung nötig ist, hängen die konkreten Kosten von den baulichen Voraussetzungen ab. Nicht selten bewegen sich die Preise aber in der Region eines neuen Kleinwagens. So liegt der Durchschnittspreis für den Treppenlift inklusive Montage bei etwa 12.000 Euro. Allerdings sind die Preisunterschiede zwischen den Anbietern erheblich, ergab eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ), das fünf große Treppenliftanbieter getestet hat. Bei allen untersuchten Treppenlift-Angeboten liegt das Einsparpotenzial zwischen günstigstem und teuerstem Unternehmen durchschnittlich bei fast 32 Prozent, die Angebote gehen oft um bis zu 5000 Euro, im Einzelfall sogar um 6100 Euro auseinander. Deshalb rät Markus Hamer, der Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität, angesichts des Preisgefälles dazu, bei mehreren Anbietern Kostenvoranschläge einzuholen und zu vergleichen.

Kosten verursachen aber auch Umbauten in Badezimmer und Wohnräumen. So sollten Türen etwa 80 Zentimeter breit sein, damit sie mit Gehhilfe oder Rollstuhl passiert werden können. Beim Badezimmer ist es wichtig, dass die Wände stabil genug sind, um Haltegriffe zu tragen. Auch die Aufteilung im Bad ist wichtig. Gibt es vor dem Waschtisch genügend Platz zum Sitzen, wenn man bei der Körperpflege nicht mehr stehen kann, und hängt dann der Spiegel tief genug. Eine Dusche sollte möglichst ebenerdig sein und Platz für eine Sitzmöglichkeit bieten. Badewannen sollten eine möglichst niedrige Einstiegshöhe und eine rutschsichere Oberfläche haben. Bei Toiletten ist eine Montagehöhe des WC von etwa 46 bis 48 Zentimetern ratsam. Stützgriffe an Wänden sollten sich in 28 Zentimetern über der Sitzhöhe befinden. Bei Elektroinstallationen sind für Steckdosen 70 bis 85 Zentimeter eine praktische Höhe. Sinnvoll sind auch elektrische Rollladenheber, Griffe für Fenster und Lichtschalter in bedienfreundlicher Höhe anzuordnen.