Extras

Wenn Berlin zur Heimat wird

300 Gäste beim Empfang über den Dächern der Stadt. Viele diskutieren auch über den Flughafen Tegel

Mit ihrem Empfang hat die Berliner Morgenpost eine Tradition begründet – bereits zum dritten Mal haben am Mittwoch Verlag und Chefredaktion prominente Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport ins Hotel "25hours" an der Budapester Straße in Charlottenburg eingeladen. Rund 300 Gäste kamen wenige Tage vor der Bundestagswahl und dem Tegel-Volksentscheid zusammen. Im zehnten Stock, mit herrlichem Blick über die Stadt, nutzten sie die Gelegenheit für angeregte Gespräche. "Wahl-Heimat Berlin" lautete diesmal das Motto des Empfangs.

Ove Saffe, Geschäftsführer der Berliner Morgenpost, betonte in seiner Begrüßungsansprache das Bekenntnis der Funke Mediengruppe zum Standort Berlin. Die vor einem Jahr gestartete Kompakt-Ausgabe der Berliner Morgenpost sei sehr erfolgreich und mache inzwischen ein Fünftel der am Kiosk verkauften Auflage aus. Zudem sei vor wenigen Wochen eine tägliche Reinickendorf-Seite eingeführt worden, die ebenfalls sehr gut bei den Lesern ankomme. "Wir glauben an Lokal- und Regionaljournalismus", sagte Saffe. Das gelte auch für die Stadtteilberichterstattung. "Wir werden diesen Weg in anderen Bezirken Berlins weitergehen", kündigte der Geschäftsführer an. Das quittierten die Gäste mit großem Beifall.

Morgenpost-Chefredakteur Carsten Erdmann nannte Berlin eine Stadt der brutalen Gegensätze. Der Breitscheidplatz als Ort des Terroranschlags auf den Weihnachtsmarkt im vergangenen Dezember liege nur wenige Meter neben dem Zoo, in dem ein niedliches Panda-Pärchen Berliner und Touristen in Scharen anzieht. "Wir wollten immer Weltstadt sein, jetzt sind wir es", sagte der Chefredakteur und stellte zugleich die Frage, wofür Berlin eigentlich stehe und worauf die Berliner stolz seien. Kopenhagen sei als Fahrradstadt berühmt, Tallin sei die digitale Hauptstadt Europas. "Und Berlin spielt Kompetenz-Pingpong zwischen Senat und Bezirken", mahnte Erdmann.

Der Chefredakteur präsentierte die neuesten Umfragezahlen des Berlin-Trends von Morgenpost und RBB-"Abendschau" zum Volksentscheid über den Flughafen Tegel – 55 Prozent der Befragten wollen den Flughafen offen halten, 39 Prozent sind für die Schließung – und schlussfolgerte: "Die Liebe zu Tegel ist auch eine Liebe zu einem Berlin, das leise, aber effizient funktioniert."

Zum dritten Morgenpost-Empfang kamen unter anderem der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), Kulturstaatsministerin Monika Grütters, nahezu alle Senatorinnen und Senatoren sowie Charité-Chef Karl Max Einhäupl und Berlinale-Leiter Dieter Kosslick. Auch viele Musiker und Schauspieler wie Alice Dwyer, Mark Waschke und Frank Zander trafen sich im Restaurant "Neni" des "25hours". Sehr herzlich begrüßt wurden drei besondere Gäste. Menschen, für die sich am 19. Dezember 2016 beim Terroranschlag am Breitscheidplatz das gesamte Leben änderte, die selbst verletzt wurden und den Vater, die Mutter oder den Lebensgefährten verloren. "Natürlich müssen wir über innere Sicherheit berichten, aber wir werden die Opfer nicht vergessen und wir lassen uns nicht davon abhalten, uns als Bürger einer freien und offenen Stadt zu fühlen", sagte Chefredakteur Erdmann.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.