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Teltowkanal mit Abstechern

Von Lichterfelde Ost am Wasser und am Fliegeberg entlang bis zur Clayallee

Unser Ausflug beginnt an der S-Bahnstation Berlin- Lichterfelde Ost. Heute sieht man es nicht mehr, aber hier befand sich einer der weltweit bedeutenden Orte der Entwicklung des Nah- und Fernverkehrs. Bereits 1868 war hier ein Haltepunkt der Bahnstrecke Berlin-Halle (Saale), die am Anhalter Bahnhof startete. Acht Jahre später hielten bereits Vorortzüge, und 1881 fuhr hier die erste elektrisch betriebene Straßenbahn der Welt von Siemens & Halske bis zur rund zwei Kilometer entfernten Kadettenanstalt.

Heute verkehren die S-Bahnzüge der 1995 wieder in Betrieb genommenen Strecke S25, auf einem weiteren Gleis rauschen Fernzüge Richtung Süden. Wir steigen aus und nehmen das Nordwestportal Richtung Bahnhofstraße. Ihr folgen wir durch großzügige alte Villen- und späte 70er-Jahre-Neubebauung, biegen rechts in die Marienstraße und gleich links in die Ritterstraße. Die bringt uns am Ostpreußendamm rechts und gleich links in die Bäkestraße.

Vor dem Teltowkanal machen wir linker Hand einen kleinen Abstecher zur Gedenkstätte von Otto Lilienthal. Der Bildhauer Peter Breuer setzte dem Pionier der Luftfahrt mit einer Ikarusfigur auf einem Steinkegel 1914 ein Denkmal. „Opfer müssen gebracht werden“, soll Lilienthal seiner Frau gesagt haben, die seine Flugversuche am nahen „Fliegeberg“ für zu gefährlich hielt. Er bezahlte seinen Wissensdrang mit dem Leben, heute fliegen Hunderte Millionen Menschen nach dem von Lilienthal erkannten Prinzip des Tragflächenauftriebs durch die Lüfte.

3500 Transportschiffe pro Jahr auf dem Teltowkanal

Wir bleiben auf der Erde und gehen zurück zur Bäkestraße, die uns links über den 1906 als Abkürzung der Spree fertiggestellten Teltowkanal führt. Wenn wir einen Moment warten, sehen wir eines der mehr als 3500 Transportschiffe, die ihn jährlich durchfahren. Auf der anderen Seite der Brücke gehen wir rechts zum Kanal hinunter und folgen ihm stadteinwärts. Vorbei am idyllischen Schlosspark Lichterfelde führt der schattige Weg längs des Benjamin-Franklin-Krankenhauses bis zum Bäkepark. Der kleine Teich linker Hand ist ein Auffangbecken für das heute spärlich fließende Wasser des gleichnamigen Wasserlaufs. Früher entsorgte die Bäke, auch Telte genannt, einen Teil des Berliner Südwestens und floss durch Feuchtgebiete über Kleinmachnow in den Griebnitzsee. Heute ist der Teil des am Steglitzer Fichtenberg entspringenden Wasserlaufs bis zum Bäkepark unterirdisch kanalisiert. Durch den Park fließt die Bäke in steinerner Rinne, der wir über die Haydnstraße bis zur Schützenstraße folgen.

Hier gehen wir geradeaus an den Hochhäusern links vorbei bis zum Wolfensteindamm, den wir überqueren und links bis zur Unterführung unter die Bahntrasse gehen. Nun wird es ruhiger, der Hindenburgdamm führt uns über die Schloßstraße in die Braillestraße mit alten Stadtvillen. An der Rothenburgstraße gehen wir links und dann wieder rechts die Kopfsteinpflasterstraße Am Fichtenberg hinauf. Linker Hand liegt der Botanische Gartens. Wir folgen der Straße bis ein Fußweg in den Ruth-Andreas-Friedrich-Park führt. Vom Park führt wie ein Hohlweg die Zeunepromenade hinunter zur Königin-Luise-Straße. Die queren wir, und gehen die dritte Straße rechts in die Peter-Lenné-Straße.

Vorbei an der einstigen Dienstvilla des Außenministers

Nun haben wir rechter Hand zahlreiche Gebäude der Medizinischen Fakultäten der FU, passieren die Botschaft des Iran und stoßen an der Koserstraße auf eine weitere Grünfläche. Hier biegen wir links ab und gleich rechts auf die Podbielskiallee. Vom U-Bahnhof mit seiner markanten Fassade aus zinnenbekrönten Stufengiebeln aus dem Jahr 1913 biegen wir halb links in die Miquelstraße und den kleinen Teil des Messelparks ab. Wir passieren das Rudolf-Steiner-Haus und hinter dem Teich an der Bernadottestraße den ehemaligen Sitz des amerikanischen Stadtkommandanten und einstige Dienstvilla des Außenministers, in dem heute eine Schweizer Biofirma residiert. Über die Pacelliallee gelangen wir in die Fortsetzung des Messelparks zwischen Bernadottestraße und Messelstraße. Vier Hektar groß ist der nach dem Berliner Architekten Alfred Messel benannte Park. An der Clay­allee sind wir am Ende unseres Ausflugs angelangt. Ein Stück weiter links hält der Bus 115, der uns an die Station Fehrbelliner Platz der U7 bringt.