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Urlaub oder Trennungsgrund

Immer wieder höre ich im Freundeskreis, dass der große Urlaub, der über zwei oder drei Wochen, eine besondere Herausforderung für Paare ist, viele sprechen sogar von einer Katastrophe. Laut Statistik werden die meisten Ehen nach dem Sommer geschieden.

Er will nach Norwegen oder in die Alpen, sie an den Strand, um sich zu erholen und baden zu gehen. Dann möchte sie über die Promenade spazieren, in Ruhe shoppen und den Abend in einem schönen Restaurant verbringen. Dagegen will er lieber den ganzen Tag im Schatten sitzen und genügend Zeit haben, um ausgiebig im Internet zu surfen. Sie sucht ein Hotel mit Yoga-Kurs, weil sie zu Hause nicht dazu kommt. Er braucht im Zimmer gute Lautsprecher, einen 3-D-Fernseher und möglichst ein Tablet zum Ausleihen, auf alle Fälle gutes Wlan. Sie guckt nach einem Domizil mit Badewanne, und ein Fön darf nicht fehlen. Er besteht auf einer Klimaanlage und Minibar oder einem ausreichend großen Kühlschrank für die abendlichen Getränke. Da die Vorstellungen so wenig übereinstimmen, stellen diese Paare schon vor ihrem Urlaub fest, dass sie nicht zueinander passen. „Aber das kann es doch nicht gewesen sein“, sagt meine Frau zu Konstantin und Bea, die uns von ihrer derart gescheiterten Urlaubsplanung erzählen. Die beiden nicken. Es gebe auch Übereinstimmungen, fügen sie hinzu. Beide wollten nicht in irgendwelchen Absteigen landen und all inclusive, nein danke.

Ferien zu zweit, wie stellt man es am besten an, dass sie nicht zum Albtraum werden? „Die Zauberformel heißt, Kompromisse machen“, sagt meine Frau, „das ist doch sonnenklar.“ Bea und Konstantin fahren nun im Sommer nach Spanien, und er plant für den Herbst eine gemeinsame Fahrradtour durch Schweden. Sie hat versprochen, dass er sich außerdem mit dem Sportteil beschäftigen kann. In der Zeit will sie shoppen und ihn danach zum Essen abholen.