Berlin

Auf der Spur der Ambrosia

Berlin.  Arwen ist vielleicht die am besten erzogene Hundedame Berlins. Ein Kommando, manchmal nur ein Blick, und der Schafspudel mit den weißen Schlappohren pariert. Wenn Halterin Katja Krauß „Ambrosia“ ruft, rast Arwen mit ihrer Schnüffelnase am Boden an Vorgärten und Parkwegen entlang. Sie legt sich hin und schaut nach oben, wenn sie fündig geworden ist. Ambrosia, die wie harmloses Unkraut aussieht, ist mit ihren Pollen der stärkste Allergie-Auslöser Mitteleuropas. Ab nächster Woche blühe Ambrosia wieder – „rund zwei Wochen früher als sonst“, sagt Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin (FU). Heuschnupfen-Geplagte wissen, was das bedeutet: Augenjucken, Niesen, Kribbeln. Ambrosia oder Traubenkraut, eingeschleppt über Getreidelieferungen aus den USA und Vogelfutter aus Osteuropa, verlängert ihre Leidenszeit bis weit in den Oktober hinein.

In den vergangenen Jahren bewilligten die Arbeitsagenturen in vielen Bezirken Beschäftigungsprogramme, bei denen Ambrosia-Scouts die Verbreitung kartierten und die Pflanze möglichst auch ausrissen. Dann kam Katja Krauß, die eine Hundeschule hat, die Idee: Warum nicht Hunde suchen lassen? „Sie haben sowieso die besseren Nasen“, sagt sie. Bei Thomas Dümmel stieß das auf offene Ohren. Ein halbes Jahr hat Krauß Schafspudel Arwen trainiert, damit sie Ambrosia findet. Nun will sie andere Halter motivieren, ihre Hunde als Am­brosia-Scouts ausbilden zu lassen, und bietet für Hunde einen Ambrosia-Schnüffelkurs an – im Kampf gegen die Allergene.