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Dezent, seriös, zuverlässig: Der Ernst Senff Chor

MARTINA HELMIG

Im Berliner Musikleben sind sie eine feste Größe: Die Sänger des Ernst Senff Chors haben schon mit Dirigenten wie Herbert von Karajan, Zubin Mehta, Riccardo Muti und Carlo Maria Giulini gearbeitet. Große chorsymphonische Abende haben sie mit den Berliner Philharmonikern gestaltet. Nun unterstützen sie den Opernchor des Theaters Vorpommern, um die „Opera Italiana“ noch voluminöser und schlagkräftiger klingen zu lassen.

Sein 50-jähriges Jubiläum hat der Chor im vergangenen Jahr gefeiert. Da werden ein paar Sektkorken geknallt haben, aber nicht zu laut. Großes Spektakel gehört nicht zum Selbstverständnis dieses Chors. Die Sänger agieren eher dezent, seriös, zuverlässig. Ernst Senff, der damalige Chordirektor der Städtischen Oper Berlin, gründete den Chor 1966 und leitete ihn zweieinhalb Jahrzehnte lang. Heute liegt die künstlerische Leitung in den Händen von Steffen Schubert, der sich schon für Choreinstudierungen bei den Salzburger Festspielen und an der Oper Zürich verantwortlich zeichnet.

Der Schwerpunt liegt auf romantischer und zeitgenössischer Musik


In Berlin singen fünf Profichöre: die drei Opernchöre, der Rundfunkchor und der Rias-Kammerchor. Daneben gibt es eine große Zahl von Laienchören. Der Ernst Senff Chor ist ein semiprofessioneller Chor. Alle Sänger haben eine Gesangsausbildung, aber die meisten gehen anderen Berufen nach. Viele singen auch in den Extrachören der Berliner Opernhäuser. Flexibilität zählt zu den Erfolgsgeheimnissen des Ernst Senff Chors. Er tritt mal mit 20 und mal mit 120 Sängern auf. Das Repertoire schlägt einen weiten Bogen vom 17. bis zum 21. Jahrhundert, wobei die romantische und zeitgenössische Musik eine besonders große Rolle spielt.

Die Sänger machen sich ein Zitat von Richard Wagner zu eigen: „Musik ist die Sprache der Leidenschaft.“ Im Sommer treten sie gern und häufig bei Freiluftkonzerten auf. In der Waldbühne haben sie beispielsweise schon gastiert, und eine Woche nach dem Abend auf dem Gendarmenmarkt singen sie erneut mit den Solisten des Theaters Vorpommern, dann jedoch beim Heimspiel des Theaters auf der Hansawiese in Stralsund.