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Der 19. Dezember 2016 – Der Diebstahl des Tatfahrzeugs, der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt, die Flucht des Täters durch Europa und sein Tod in Italien

Elf getötete Besucher, ein erschossener Lkw-Fahrer und 67 zum Teil schwer verletzte Menschen: Das ist die schockierende Bilanz des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche am 19. Dezember 2016. Die wichtigsten Fakten von der Entführung des Lkw bis zur Tötung des tunesischen Attentäters Anis Amri am 23. Dezember 2016 im italienischen Sesto San Giovanni im Überblick.

Die Entführung des Lkw. Die Sattelzugmaschine der Marke Scania, mit der der Anschlag verübt werden wird, gehört einer polnischen Spedition und überführt Baustahl von Italien nach Berlin. Sie wartet am Nachmittag des 19. Dezember bei ThyssenKrupp Schulte am Friedrich-Krause-Ufer in Moabit auf Entladung. Den Ermittlungsbehörden zufolge wird der Fahrer des Wagens auf dem Beifahrersitz des Lastwagens sitzend vom Entführer des Wagens erschossen. Die GPS-Daten weisen gegen 15.45 Uhr einige Rangierfahrten des Lkw aus, die der Spediteur später als erste Fahrversuche des Täters interpretieren wird.

Der Anschlag auf dem Breitscheidplatz. Der Attentäter umrundet zunächst den Weihnachtsmarkt und sucht dabei per Smartphone Kontakt mit Glaubensbrüdern aus Berlin und dem Ruhrgebiet. Gegen 20 Uhr fährt er, von der Hardenbergstraße kommend, in die Einfahrt des Weihnachtsmarktes an der Gedächtniskirche. Über eine Strecke von 70 bis 80 Metern fährt er mitten durch die Besuchermenge. Durch den Aufprall auf die Verkaufshütten wird das Bremssystem des Lkw ausgelöst, so dass er schließlich auf der Budapester Straße zum Stehen kommt. Erste Meldungen des Vorfalls gehen um 20.02 Uhr bei der Berliner Polizei ein. Der unbekannte Täter befindet sich auf der Flucht.

Fahndung und Tod des Attentäters. Im Fußraum finden die Ermittler nach einiger Zeit die Duldungsbescheinigung des tunesischen Staatsbürgers Anis Amri, geboren 1992. An der Fahrertür des Lkw finden die Ermittler Fingerabdrücke, die Anis Amri zugeordnet werden können. Später wird bekannt, dass Amri regelmäßig in der Fussilet-Moschee in der Perleberger Straße verkehrte. Amri reist nach der Tat zunächst ins niederländische Nimwegen und flieht von dort aus weiter über die französischen Städte Lyon und Chambéry nach Italien (Turin und Mailand). Am 23. Dezember wird er gegen 3 Uhr in der bei Mailand gelegenen Stadt Sesto San Giovanni von italienischen Polizisten erschossen, nachdem er das Feuer auf sie eröffnet hat (siehe Bild links).

Die Opfer. Sieben der insgesamt zwölf Todesopfer stammen aus Deutschland, die anderen kommen aus Israel, Italien, Tschechien, der Ukraine und Polen. Darüber hinaus werden 67 Menschen unterschiedlicher Nationen verletzt, zum Teil schwer. Bundesinnenminister Thomas de Maizière ordnet für den darauffolgenden 20. Dezember Trauerbeflaggung an allen Bundesbehörden an.