Wirtschaft

Berlin profitiert vom schleppenden Kampf gegen Spielhallen

Eigentlich wollte das Land gegen Glücksspielsucht vorgehen. Die Einnahmen aus der Vergnügungssteuer sind aber unverändert hoch.

Der Senat hatte die Lizenzen der Spielhallen im vergangenen Sommer auslaufen lassen

Der Senat hatte die Lizenzen der Spielhallen im vergangenen Sommer auslaufen lassen

Foto: A3763 Salome Kegler / dpa

Weil die Verbreitung von Spielhallen nicht konsequent genug eingedämmt wird, kann das Land Berlin mit unverändert hohen Steuer-Einnahmen aus Spielautomaten rechnen. In diesem Jahr werden wie im Vorjahr 43 Millionen Euro an Vergnügungssteuer erwartet, teilte die Senatswirtschaftsverwaltung mit.

Ursprünglich war erwartet worden, dass die Summe auf 40 Millionen Euro sinkt. Der Senat hatte die Lizenzen der Spielhallen im vergangenen Sommer auslaufen lassen, die Betreiber mussten neue beantragen. Diese Anträge werden aber noch geprüft - solange bleiben die Spielhallen geöffnet.

Initiative gegen Glückspielsucht

Ende 2016 gab es in der Hauptstadt nach Senatsangaben 479 Spielhallen, 56 weniger als ein Jahr zuvor. Darin standen 3871 Geldspielautomaten. Hinzu kommen tausende Geräte in Gaststätten und Imbissen.

Ende 2015 waren dies weitere 6611 Automaten, wie Staatssekretär Christian Rickerts dem SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz auf eine parlamentarische Anfrage antwortete. Rickerts wies darauf hin, dass der Senat Initiativen fördere, die Glückspielsucht verhindern sollen.

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