Berlin

Illegale Autorennen: Polizei beschlagnahmt 135 Fahrzeuge

Berlin verstärkt Verkehrsüberwachung: Fahrverbot gegen 29 Raser sowie 178 Strafverfahren in nur vier Monaten

Berlin. Seit Februar dieses Jahres hat die Polizei die Verkehrsüberwachung auf den Straßen der Hauptstadt merklich verstärkt. In nur vier Monaten absolvierten Einsatzkräfte und technisch speziell geschulte Beamte 382 Schwerpunkteinsätze, davon allein 79 Geschwindigkeitskontrollen. Die Maßnahme zeigt offenbar Wirkung, wie eine am Montag veröffentlichte Bilanz belegt. Gegen 29 Raser wurde ein Fahrverbot verhängt, 272 Fahrzeuge wurden beschlagnahmt.

Grund für die Kontrollen war ein illegales Straßenrennen, bei dem am 1. Februar ein unbeteiligter 69 Jahre alter Autofahrer am Tauentzien getötet worden war. Im Visier der Beamten standen vor allem Beteiligte an illegalen Straßenrennen sowie von sogenannten Profilierungsfahrten. Für etliche Fahrer der meist hochwertigen, oftmals getunten Fahrzeuge hatte die PS-Protzerei Konsequenzen: In 178 Fällen wurden Strafverfahren eingeleitet, weil die Fahrer keinen Führerschein vorweisen konnten oder keinen Versicherungsschutz hatten. 34 der Kontrollierten erhielten Strafanzeigen wegen Nötigung oder Gefährdung des Straßenverkehrs. 17 Fahrer wurden wegen des Verdachts des Alkohol- oder Drogenkonsums einem Bluttest unerzogen. Fünf von ihnen wurde die Fahrerlaubnis entzogen.

Insgesamt hatte die Polizei 4113 Autos sowie 551 Motorräder und deren Fahrer überprüft. Die Beamten stellten 1719 Ordnungswidrigkeiten fest, unter anderem wegen Lärms durch zu laute Musik, grundlos aufheulende Motoren und durchdrehende Reifen, sowie Handynutzung am Steuer, missachtete rote Ampeln und Tempoverstöße.

29 Fahrern wird die Teilnahme an illegalen Rennen vorgeworfen. Folge: 400 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. Drei dieser Beschuldigten ist laut Polizei nach einer Prüfung ihrer Charaktertauglichkeit zum Führen von Kraftwagen bereits die Fahrlizenz rechtskräftig entzogen worden.

Ein Schwerpunkt der Polizeimaßnahmen, die auch künftig fortgesetzt werden, ist der technische Zustand der Autos und Kräder. So wurden in vier Monaten 135 Fahrzeuge sichergestellt, weil sie gemäß Prüfung nicht verkehrstauglich waren und technische Gutachten zu erstellen sind. Weitere 137 Fahrzeuge sind wegen gravierender technischer Mängel aus dem Verkehr gezogen worden. Gründe waren manipulierte Auspuffanlagen, unzulässige Umbauten, defekte Bremsen und Beleuchtungsmängel. Zudem wurden weitere 391 Berichte wegen technischer Mängel angefertigt. Den beiden Rasern vom 1. Februar wird Totschlag vorgeworfen. Sie warten auf ihren Prozess.