Pausenkritik

„Berlin Alexanderplatz“ als expressives Kunstwerk im DT

Berlin. „Berlin Alexanderplatz“, Döblins Jahrhundertroman, in Berlin auf der Bühne – das ist eine Herausforderung. Regisseur Sebastian Hartmann hatte angekündigt, dass es ihn nicht interessiert, wie im tradierten Theater „auf eine Geschichte konzentriert zu sein“. Nach den ersten eineinhalb Stunden, es folgen noch rund drei weitere, kann man nicht widersprechen. Wir erleben ein expressives, polyphones Gesamtkunstwerk im Deutschen Theater. Die Bühne erinnert an eine Kathedrale, Licht strukturiert den Raum. Franz Biberkopf, die Hauptfigur, ist bei Andreas Döhler ein rauer Kerl mit weicher Schale. Worauf der Abend hinausläuft, ist noch offen.

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