Berlin

Berlin investiert 600 Millionen Euro in alle Standorte der Charité

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Andreas Abel

Universitätsklinikum legt zum fünften Mal in Folge einen positiven Jahresabschluss vor

Berlin. Das Land Berlin investiert in den kommenden Jahren in alle Standorte der Charité. Das versicherte Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Montag. Im Zeitraum 2009 bis 2022 flössen fast 600 Millionen Euro in Bauprojekte des Universitätsklinikums. Hinzu kommen investive Zuschüsse für Sanierungen von 34 Millionen Euro pro Jahr. Größtes Vorhaben ist zurzeit der Umbau und die Modernisierung des Bettenhochhauses an der Luisenstraße in Mitte. Zu dem 202,5 Millionen Euro teuren Gesamtpaket gehört auch ein Neubau für den zentralen OP-Bereich, die Intensivmedizin und die Rettungsstelle. Das Projekt liege weiterhin im Zeit- und Kostenplan, sagte Charité-Chef Karl Max Einhäupl der Berliner Morgenpost. Die Eröffnung des Bettenturms sei für Ende dieses Jahres vorgesehen, ein genaues Datum wird noch nicht genannt.

Der Umzug der Stationen aus der Campus-Klinik, dem Modular-Ersatzbau, werde sich über mehrere Wochen erstrecken, wobei jede einzelne Station einschließlich der Patienten voraussichtlich an einem Tag umziehen soll. Der neue OP-Trakt werde in Etappen bezogen, sodass für einige Zeit beide OP-Bereiche in Betrieb sein werden, erläuterte Einhäupl. Eine Arbeitsgruppe, der neben dem Facility-Management auch Ärzte und Pflegekräfte angehören, bereite den Umzug vor.

Auch in den Campus Benjamin Franklin der Charité in Steglitz wird investiert. Ein Drittel der Stationen sei rundum erneuert, weitere Sanierungen und Modernisierungen seien kurz- und mittelfristig beabsichtigt, erläuterte der Ärztliche Direktor Ulrich Frei. Beim OP-Bereich sei die Modernisierung der ersten fünf Säle abgeschlossen, weitere fünf kämen in diesem Jahr dran. Die Erneuerung mehrerer Hochschulambulanzen sei über den Investitionsfonds des Landes Berlin für die wachsende Stadt finanziert.

Die Charité hat für 2015 erneut einen positiven Jahresabschluss vorgelegt. Das Plus beträgt 3,7 Millionen Euro. Damit gelang es dem Uniklinikum zum fünften Mal in Folge, das Geschäftsjahr mit schwarzen Zahlen abzuschließen. 2008 wies die Charité am Ende des Jahres noch ein dickes Minus von 56,6 Millionen Euro aus. Das zeige, dass man eine nachhaltige Konsolidierung verfolge und keine „Einmaleffekte“ produziere, sagte Einhäupl. „Die Charité ist in der Lage, wirtschaftlich zu arbeiten.“ Das operative Ergebnis lag 2015 sogar bei 33,4 Millionen Euro. Dass das tatsächlich erzielte Plus fast 30 Millionen Euro niedriger ausfällt, liegt vor allem an den stark gestiegenen Rückstellungen, vor allem für Pensionslasten.Seite 13