Berlin

Hauptstadt-Airport ohne Air Berlin?

Angeschlagene Fluglinie soll sich angeblich auf Düsseldorf konzentrieren

Berlin.  Noch sind die Sparpläne der Firmenspitze für die hoch verschuldete Air Berlin geheim, das angekündigte umfassende Sanierungskonzept soll erst in einigen Wochen beschlossen werden. Doch erste Details lassen für den Standort Berlin nichts Gutes ahnen.

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, soll die Hauptstadt als Umsteigedrehscheibe für die zweitgrößte deutsche Fluglinie an Bedeutung verlieren. Einer der Gründe soll der nach wie vor ungewisse Eröffnungstermin für den Großflughafen BER in Schönefeld sein. Dagegen wolle die Fluggesellschaft künftig ab 2016 zusätzliche Langstrecken ab Düsseldorf anbieten, schreibt das Magazin. Eine Bestätigung für den Rückzug vom Hauptstadt-Airport gibt es allerdings nicht. Sowohl Air-Berlin- als auch Etihad-Sprecher verweisen darauf, dass es noch keine Beschlüsse gebe.

Sollte sich jedoch bestätigen, dass Berlin als Umsteigedrehschreibe für Air Berlin auch nach der Eröffnung des BER keine bedeutende Rolle mehr spielen soll, wäre dies ein weiterer Schlag für die Flughafenbetreiber. Die Flughafengesellschaft FBB sei bei dem Projekt davon ausgegangen, dass Air Berlin vom BER aus ein weltweites Fernstreckennetz betreiben würde, schreibt der „Spiegel“.

Vorstand und Präsidium der finanziell angeschlagenen Air Berlin hatten erst vor wenigen Tagen über das Sanierungskonzept bis 2018 beraten. Dabei gehe es um schwerwiegende Entscheidungen und möglicherweise auch um Stellenabbau, hatte die Airline mitgeteilt. Die Planungen seien weit fortgeschritten, eine Entscheidung könne aber erst getroffen werden, wenn der Verwaltungsrat in Gänze zusammentritt, was voraussichtlich in einigen Wochen passieren solle.