Paläontologie

Der Polar-Dino: Forscher staunen über Funde in Alaska

In Alaska ist eine neue Saurierart entdeckt worden. Funde waren bisher falsch zugeordnet, weil es Kinder des Polar-Dinos dahin gerafft hatte.

Unterwegs unter dem Polarlicht: „Ugrunaaluk kuukpikensis“ lernte möglicherweise auch Schnee kennen.

Unterwegs unter dem Polarlicht: „Ugrunaaluk kuukpikensis“ lernte möglicherweise auch Schnee kennen.

Foto: James Havens/University of Alaska Museum / BM

Fairbanks.  Die Welt der Dinosaurier ist um eine weitere Art reicher: Wissenschaftler aus Alaska und Florida haben im Polargebiet eine neuen Vertreter der Entenschnabel-Dinosaurier identifiziert. Bislang waren Funde irrtümlich einer anderen Art zugeordnet worden. Das schreiben die Forscher in einem Beitrag für die Fachzeitschrift Acta Palaeontologgica Polonica.

Er hatte Hunderte von Zähnen, war neun Meter lang und konnte sich auf den Hinterbeinen zu einer imposanten Größe aufrichten. Er streifte in der Kreidezeit, vor rund 69 Millionen Jahren, in Herden durch die sumpfigen Nadelmischwälder des damals deutlich wärmeren Alaskas: So stellen sich Wissenschaftler „Ugrunaaluk kuukpikensis“ vor.

„Eine verlorene Welt der Dinosaurier“

Die Funde sind ein weiterer Beleg für das Leben von Dinosauriern in der Arktis, an einer Fundstelle, die damals vor der weiteren Verschiebung der Kontinentalplatten weit nördlicher lag: Die Reptilien müssen mit monatelanger Dämmerung und Dunkelheit, Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und zeitweilig Schnee zurecht gekommen sein. Der Paläontologe Greg Erickson von der Florida State University erklärt in einer Mitteilung: „Was wir hier gefunden haben, ist im Prinzip eine verlorene Welt der Dinosaurier mit vielen Formen, die für die Wissenschaft völlig neu sind.“ Und es werfe die Frage auf, wie die Reptilien dort überleben konnten.

Der ausgestorbene Ur-Ur-Einwohner Alaskas hat seinen Namen aus der Sprache der menschlichen Ur-Einwohner des Gebiets: Übersetzt aus Inuktitut bedeutet Ugrunaaluk kuukpikensis „Altertümlicher Grasfresser“. Bei Gebiss und Kiefer stießen die Wissenschaftler auf die deutlichsten Unterschiede zu anderen, bereits bekannten Arten. Mindestens 25 Jahre lang waren Knochen des Ugrunaaluk kuukpikensis dem bereits bekannten Edmontosaurus zugeordnet worden, so Pat Druckenmiller vom Museum der Universität von Alaska.

Die an der Fundstelle gefundenen Relikte von Ugrunaaluk kuukpikensis stammten allesamt von Jungtieren, nur ein Drittel so groß wie ausgewachsene Exemplare. Offenbar hatten sie sich nicht retten können, als nach einer gigantischen Schneeschmelze enorme Wasser- und Schlammmassen das Gebiet fluteten. Es wurde zum Massengrab - und zum Glücksfall für die Wissenschaft: In einer nicht einmal einen Meter dicken Gesteinsschicht fanden die Forscher Tausende von Skelettteilen.