Flughafen

Eröffnungstermin für den BER wackelt schon wieder

Flughafenchef Mühlenfeld: Auswirkungen der Imtech-Pleite auf Zeitplan war nicht absehbar

Potsdam.  Die für das zweite Halbjahr geplante Eröffnung des Hauptstadt-Airports BER in Schönefeld muss womöglich erneut verschoben werden. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld hat dies am Freitag vor dem BER-Sonderausschuss des Brandenburger Landtags als Konsequenz auf die Insolvenz des Gebäudeausrüsters Imtech Deutschland nicht mehr ausgeschlossen.

„Wir sind noch guter Dinge, dass wir den Termin halten können. Wir wissen aber nicht, wie lange es dauert, bis die Firmen vollständig an der Brandschutzanlage weiterarbeiten können“, sagte Mühlenfeld. Vizeaufsichtsratschef Rainer Bretschneider (SPD) sagte, die Situation sei „ernst“, er halte den vorgesehenen Eröffnungstermin aber noch für möglich.

Fest steht, dass der Bau nicht wie vorgesehen im März 2016 fertiggestellt werden kann, schon jetzt deuten sich mindestens drei Monate Verzögerungen an. Die Arbeiten seien derzeit sieben bis neun Wochen in Verzug, stellte Mühlenfeld fest, davon drei Wochen aufgrund der Imtech-Pleite.

Der Flughafen hatte kurz nach der vorläufigen Insolvenz der Firma erklärt, er werde mit Imtech vorerst weiterarbeiten. Dazu sei eine Vereinbarung abgeschlossen worden. Die Firma bleibt auf der Baustelle weiter für die Elektrik und damit für die Stromtrassen zuständig. Mittlerweile aber ist Imtech in einem wichtigen Bereich ausgeschieden: Die Sanitär, Heizungs- und Sprinklerarbeiten übernimmt laut Flughafenchef Mühlenfeld das Unternehmen Caverion. Es handelt sich um den bisherigen Partner von Imtech in einer Arbeitsgemeinschaft. Die Flughafengesellschaft habe inzwischen 4,5 Millionen Euro an Imtech nach deren Insolvenz für erbrachte Leistungen überwiesen, so Mühlenfeld.

Der Vorsitzende des Projektausschusses des Aufsichtsrates, Rainer Bretschneider, kündigte an, dass sich der Aufsichtsrat am 25. September mit der Erweiterung des BER nach der Eröffnung beschäftigen werde. „Im Fokus steht ganz klar, dass der Flughafen überhaupt in Betrieb geht“, sagte Bretschneider. „Wir können mit der Erweiterungsstrategie aber nicht bis zur Eröffnung warten.“ Für Schönefeld-Alt sei derzeit ein neues Behelfsterminal D im Westen der Abfertigung geplant.

Eine weitere Interimslösung sehe am BER in Verlängerung des Piers Nord ein Abfertigungsgebäude in Leichtbauweise vor – mit eigenem Gepäck- und Sicherheitsbereich. „Das alles hilft uns nur bis 2023“, sagte Bretschneider. Dann müsse Schluss sein mit Interimslösungen. Um die Passagiere angesichts des erwarteten Wachstums abfertigen zu können, brauchen wir einen BER 2“ – also dauerhafte Lösungen auf dem BER-Gelände.