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So viele Brillen

Die Zeiten sind vorbei, in denen wir eine Brille lediglich als korrigierende Sehhilfe getragen haben. Heute wird die Brille von Frauen und Männern genauso als Mode-Accessoire geliebt. Und das finde ich als eitler Mensch sehr gut so. Die Zeiten, in denen wir aus Kostengründen ein einziges Brillengestell jahrelang tragen mussten, sind vorbei, es gibt mittlerweile tolle Modelle, auch Markenbrillen, für bezahlbares Geld.

Ich besitze zur Zeit bestimmt sieben verschiedene Gestelle. So wie ich zu den unterschiedlichen Outfits unterschiedliche Schuhe oder Krawatten trage, muss eben auch meine Brille zu meinem Gesamtbild passen. Schließlich trage ich auch keine Badelatschen zum Anzug. Es gibt das randlose High-Class-Gestell für seriöse Anlässe, Sixties-Brillen für meine Freizeitaktivitäten oder die pragmatischen Halbrandbrillen für sportliche Hobbies.

Wenn sich meine Frau also mal wieder über mein Brillensortiment lustig macht, sage ich erst einmal nichts. Ich warte einfach auf den Tag, an dem sie sich eine neue Handtasche kaufen will und gehe zeitgleich zum nächsten Optiker. Schließlich fehlen mir noch einige Farben und Formen in meiner Sammlung. Abends, wenn sie dann stolz ihre neueste Errungenschaft vorzeigt, weise ich sie liebevoll auf ihre bereits vorhandenen zahlreichen Handtaschen hin und erkläre ihr, dass die Brillen für mich so etwas sind wie für sie ihre Handtaschen: Meine Brillen runden mein Outfit ab.

Das versteht sie nun und wir gehen an unsere Schränke, um das jeweilige neue Accessoire einzuräumen.