Cocktails für zu Hause

The Bottled Bar: Cocktails ohne Sperrstunde

Arthur Wiebe und The Bottled Bar bringen Cocktails der besten Berliner Bartender zu Ihnen nach Hause.

Alles in Handarbeit: Arthur Wiebe und Teresa Vidal von The Bottled Bar im Firmensitz an der Auguststraße, wo alle Drinks entstehen.

Alles in Handarbeit: Arthur Wiebe und Teresa Vidal von The Bottled Bar im Firmensitz an der Auguststraße, wo alle Drinks entstehen.

Foto: Maurizio Gambarini / FUNKE Foto Services

Berliner Barkeeper und Barflys gehören seit diesem Wochenende zu den ersten Leidtragenden der neuen Coronaverordnungen. Ab 23 Uhr ist Schluss mit Genuss. Arthur Wiebe macht das mit seinem neuen Konzept The Bottled Bar ganz unverhofft zum Mann der Stunde. Der gelernte Veranstaltungsmanager hat mit einigen der besten Bartender der Stadt fünf hochwertige Drinks entwickelt, die er mit seinem Team zu seinen Kunden nach Hause schickt. Und dort gibt es bekanntlich keine Sperrstunde.

Geboren wurde die Idee schon vor dem Lockdown im Frühjahr, das Zumerliegenkommen der Gastronomie und Eventbranche gab Wiebe in dieser Hinsicht jedoch einen produktiven Schub. „Ich hatte schließlich Zeit“, sagt er. Nach seiner Ausbildung im „Cookies“ von Heinz „Cookie“ Gindullis machte sich Arthur Wiebe vor zwei Jahren selbstständig. Mit seinem Unternehmen Barthur Barcatering bietet er ein Gesamtkonzept von Bar, Bartendern und Drinks für Anlässe vom intimen privaten Dinner über Hochzeiten bis zur mehrtägigen Großveranstaltung. Seit Juli gibt es zusätzlich The Bottled Bar mit zunächst fünf Punches, die über den Onlineshop www.bottledbar.de vertrieben werden. 0,5 Liter kosten 22 Euro und reichen für etwa vier Drinks, einen Liter gibt es für 35 Euro.

Start mit fünf Punches von Berliner Bartendern für zu Hause

Der Legende nach gehen Punches zurück auf eine Erfindung von Seefahrern der britischen Ostindien-Kompanie, die das Getränk aus ursprünglich nur fünf Zutaten – Spirituose, Zucker, Zitrone, Tee, Gewürz – im 17. Jahrhundert nach Europa brachten. Serviert wird der Drink traditionell aus einer Punchbowl mit Eis, weshalb er sich besonders gut für den unkomplizierten Hausgebrauch eignet. „Ein Punch verzeiht auch einen Eiswürfel weniger und die Bowl ist auch nicht zwingend notwendig“, sagt Wiebe über den Drink seiner Wahl. Ein Cocktailklassiker wie ein Old Fashioned hingegen könne ohne fachgerechte Handhabung mit sehr trockenem Eis und einem gefrosteten Glas daheim leicht zu Enttäuschungen führen.

Dass die Punches von The Bottled Bar genauso schmecken wie in der Lieblingsbar, liegt zudem daran, dass die Rezepte von echten Profis stammen. So hat Oliver Ebert, mehrfach ausgezeichneter Bartender aus dem „Becketts Kopf“ an der Pappelallee in Prenzlauer Berg, den Philadelphia Fish House Punch und den Ruby Punch kreiert. Der erste eine Mischung aus Brandy, Rum und Marille mit subtilen Noten von Zitrone, der zweite rubinrot schimmernd mit Aromen von Muskatnuss und Zitrone, die von Portwein, schwarzem Tee und Arrack getragen werden.

The Bottled Bar: Lokale Produzenten statt anonyme Marken

Höchste Qualität bei Zutaten und Herstellung ist für Arthur Wiebe das höchste Gebot, auch wenn er damit etwas teurer ist als die Konkurrenz. „Wir machen die Drinks so, wie man sie aus den besten Bars der Stadt kennt“, sagt er. Das heißt, die Punches werden zu 100 Prozent in Handarbeit an der Auguststraße in Mitte hergestellt. Bei den Spirituosen setzt The Bottled Bar auf lokale Produzenten und Handwerk statt auf große Marken. Beispielsweise Stauffenberg Dry Gin aus Schwaben oder Cognac von Pierre Ferrand aus der Grande Champagne. Säfte werden frisch gepresst und direkt verarbeitet, beim hausgemachten Oleo Saccharum kommen unbehandelte mallorquinische Zitronenschalen zum Einsatz, die mit Zucker vakuumiert werden, um so die ätherischen Öle der Schalen zu extrahieren. „Da weiß man erst einmal wieder, wie echte Zitronen schmecken“, sagt Wiebe. Bei jeder Bestellung werden zudem selbst gemachte Garnituren wie gedörrte Zitrusfrüchte für die Dekoration der Cocktails mitgeliefert. Auf Eis ins Glas, fertig.

Als Konservierungsstoff ist nur der Alkohol enthalten. Bei kühler und dunkler Lagerung sind die Bottled Cocktails offiziell mindestens sechs Monate haltbar. Auch danach sind sie unbedenklich zu genießen und geschmacklich unverändert, ist sich Arthur Wiebe sicher.

Der nächste Schritt ist eine eigene Bar

Die Geschäftsidee von The Bottled Cocktail ist übrigens keine Corona-Zwischenlösung, sondern auf Langfristigkeit angelegt. Als nächstes plant Wiebe einen kaffeebasierten Cocktail und einen Aperitif, der auch für Restaurants gedacht ist, die nicht über eine Bar verfügen. Anfang November soll mit der „Amélie Bar“ an der Auguststraße außerdem ein eigener Laden hinzukommen. Denn immer nur zu Hause trinken ist auf Dauer ja auch keine Lösung.