Morgenpost Tasting

Eine Abenteuerreise mit Alexander von Humboldt

Die Bar des Hotel de Rome lädt im Oktober erneut zum Morgenpost-Tasting.

23.09.2019 Berlin: Morgenpost Teasting im Hotel de Rome vl. Jasmin Spohr, Chef de Bar Benjamin Paneck (sitzend) und Küchenchef Davide Mazarella / Foto: Reto Klar Funke Foto Services

23.09.2019 Berlin: Morgenpost Teasting im Hotel de Rome vl. Jasmin Spohr, Chef de Bar Benjamin Paneck (sitzend) und Küchenchef Davide Mazarella / Foto: Reto Klar Funke Foto Services

Foto: Reto Klar / FUNKE Foto Services

Berlin. Es war der 5. Juni 1799, als Alexander von Humboldt, ausgestattet mit einem privilegierten Forscher-Reisepass, an Bord der spanischen Fregatte „Pizarro“ von La Coruña aus zu seiner Amerikanischen Forschungsreise in See stach. Erst fünf Jahre später sollte er wieder europäischen Boden betreten.

Die Reise ist, wie alle großen Unternehmungen großer Menschen, eine Geschichte von Abenteuern, exotischen Ländern, fremden Gewürzen, unbekannten Gerüchen und faszinierenden Kulturen. Dem widmet sich die Bar des „Hotel de Rome“ beim Morgenpost-Tasting im Oktober und erzählt die Amerikanische Forschungsreise Alexander von Humboldts in fünf Drinks und kleinen Gerichten. Geschildert wird sie von Chef de Bar Benjamin Panek und „La Banca“-Küchenchef Davide Mazzarella. In ihr kommen Agaven, Zimt, Kaffee, Rinder, Ahorn und Popcorn und vieles mehr vor.

Feigen, Haselnüsse und Prosecco eröffnen das Morgenpost Tasting

Von Humboldt startete wie gesagt in Spanien. Panek hat deshalb einen Drink namens „Higo y Avellanas“ kreiert. Übersetzt heißt das Feige und Haselnuss und enthält Feigensirup, Haselnussessig, Casa Gehller Prosecco und einen Sprühstoß Thymiangeist. Von dem Cocktail steigen intensive Thymian- und Haselnussdüfte in die Nase. Dank des Prosecco ist der Drink prickelnd, leicht süß auf der Zunge mit vorherrschender Haselnuss, beim Schlucken bleibt etwas Säure, die Feige meldet sich dabei auch noch zu Wort. Mazzarella serviert dazu ein Praliné aus hauchdünn geschnittenem, mariniertem Blauflossen-Thunfisch mit Queso de Valdeón, einem spanischen Blauschimmelkäse und eingehüllt in Haselnusssplitter. Fisch und Blauschimmelkäse sind stark aromatisch und passen sich gut dem Drink an.

Karibische Aromen im zweiten Gang des Tastings

Von Teneriffa aus brauchte Humboldt 22 Tage bis Venezuela, wo er mehrere große Expeditionen startete. Ein Zwischenaufenthalt in Havanna bringt uns zu dem Caribbean Mule: Kubanischer Rum, in den Kokosflocken eingelegt wurden, Limettensaft, Spicy Ginger Limonade und Schokoladen-Bitter. Panek mixt den Drink zusammen und holt dann ein kleines Fläschchen Butterfly-Tee hervor, das jeder Gast sich selbst in seinen Drink schütten darf. Der blaue Tee reagiert mit der Säure der Limette und verwandelt sich in ein dunkles Lila. Düfte von Blaubeeren, Orange, Melone und Kokos steigen in die Nase. Geschmacklich ist der Cocktail zunächst süß, trinkig, süffig, dann spürt man die Säure der Limette, am Schluss die Schärfe des Ingwers. Erst im Nachhall kommen die Kokosaromen zum Tragen. Bevor Sie zu schnell einen zweiten Schluck nehmen, warten Sie bitte ab und spüren Sie den einzelnen Aromen nach, sie kommen tatsächlich nacheinander und melden sich lange, nachdem Sie bereits ihren ersten Schluck auf die Reise geschickt haben.

Der Küchenchef reicht dazu einen geheimnisvollen Quader. Es ist tropische weiße Melone, roh mariniert mit Minze und Ingwer und Chorizo aus Mittelamerika, der scharfen Paprikawurst, das Ganze umhüllt von Lardo und „abgeflämmt“. Raucharomen wie von Lagerfeuern, intensive Melone, saftig, später salzig plus etwas Säure, so die Empfindungen beim Vernaschen dieser Delikatesse. Dazu noch ein Schluck des erfrischenden Drinks, der jetzt deutlich schärfer auftritt, weniger süß und das Salz im Gericht noch einmal betont.

In Mexiko geht es um Agaven und Zimt

Seine dritte Expedition führte Humboldt schließlich nach Mexiko, wo er ein Jahr verbrachte. In alkoholisch gedacht, steht Mexiko natürlich für Tequila. Was wenige wissen: Tequila ist eine besondere Art des Mezcal, des Agavenschnapses, der aus dem Herz der Agave gewonnen wird. Der Chef de Bar mischt den Mezcal mit Bergamottegeist, Limettensaft, Walnuss Bitter, Karamellsirup und Kokosmilch zu einem „Agave and Caramel“. Ebenso wie der Vorgänger ist dieser Drink komplex. Süß, sahnig wie ein Versprechen beginnt er, meldet sich mit herber Säure und alkoholischen Noten, in der Fachsprache derb als „sprittig“ bezeichnet.

Beim Food Pairing übertrifft Mazzarella sich dann selbst. Es gibt „Kingfish, Zimt, Kartoffel“. Haha, möchte man ob des Understatements sagen, denn den Fisch, der laut Mazzarella sowohl in der Karibik, wie auch im Pazifik oder im Mittelmeer vorkommt, ziert eine hauchfeine Kruste aus Zimt und Kaffeepulver, die die Sinne betört. Der nur leicht gegarte Fisch ist in der Konsistenz fest, leicht bitter, dann zimtig, sahnig rund, sehr erdig, und schließlich stellen sich Grillaromen ein, Rauch und ein Hauch Asche, aber nicht unangenehm, alles unterlegt von einem milden Kartoffelpüree. Dazu genossen melden sich beim Drink plötzlich Schokoladentöne, die Säure wirkt frisch und pfefferminzig. Das ist definitiv der Höhepunkt des Abenteuers und dürfte für große Augen sorgen.

Bourbon und Popcorn stehen für die USA

Auf seiner Rückreise stattete Humboldt den USA einen Besuch ab. Also gibt es einen „Bourbon Pop it“, bestehend aus Bourbon Whiskey, Zitronensaft, Ahorn und Popcornsirup. Das Popcorn-Aroma ist natürlich dominant, dazu kommen Zitrone und Süße. Vom Küchenchef gibt es ein Flanksteak mit Süßkartoffel, Mais und einem Barbecuejus. Das Maiskölbchen ist süß und scharf abgeschmeckt, so bevorzugten ihn die amerikanischen Ureinwohner, sagt Mazzarella. Das Fleisch hat intensive Umami-Aromen, ist leicht rauchig, dazu der Popcorn-lastige Drink, das macht eine Mischung aus Hauptgang und Prä-Dessert. Nehmen Sie auch hier wieder einmal unbedingt alles auf einmal, Fleisch, Mais, Püree, um das volle Geschmackserlebnis zu bekommen.

In Frankreich setzte Alexander von Humboldt den Fuß wieder auf europäisches Festland

Womit wir viel zu schnell am Ende der Reise anlangen: 1804 setzte Alexander von Humboldt seinen Fuß wieder in Europa an Land, in Frankreich. Und so gibt es einen Côte de Pomme, eine Mischung aus Calvados, Amaretto, Apfelsaft, Limettensaft, Zimtsirup und Vanille-Tonka-Espuma, als Reminiszenz an Südamerika, wo die Tonka-Bohne heimisch ist, begleitet von einer Apfelterrine. Was sehr süß klingt, ist es zum Glück nicht. Vielmehr werden die Geschmäcker nach Bratapfel und Zimt durch eine feine Säure stabilisiert. Der Blätterteig der Apfelterrine eignet sich hervorragend zum Stippen. Der Drink fängt sogar die Süße des Desserts mit dessen starken Vanillearomen auf. Ein toller, frischer Abschluss der großen Amerikareise.

So können Sie das Morgenpost-Tasting reservieren

Fünf Drinks inklusive Food Pairing für 49,90 Euro pro Person gibt es vom 11. bis 20. Oktober jeweils um 19 Uhr in der „La Banca“-Bar im „Hotel de Rome“, Behrenstraße 37, 10117 Berlin. Reservierungen per Mail mit Stichwort „Morgenpost Tasting“ an festive.derome@roccofortehotels.com oder Tel. 4606091270.