Angebot der Morgenpost

Wodka-Tasting mit der Morgenpost: Was für ein Wässerchen

Beim zweiten Tasting der Berliner Morgenpost im „Waldorf Astoria“ geht es um Wodka.

Morgenpost-Tasting in der "Lang Bar" im "Waldorf Astoria". Azubi Elias Bach, Hanna Richter (Supervisor), Willi Bittorf (Head Bartender) (von links). Im Juli steht der Wodka im Mittelpunkt

Morgenpost-Tasting in der "Lang Bar" im "Waldorf Astoria". Azubi Elias Bach, Hanna Richter (Supervisor), Willi Bittorf (Head Bartender) (von links). Im Juli steht der Wodka im Mittelpunkt

Foto: Amin Akhtar

Eigentlich handelt es sich ja nur um Wasser. Noch nicht mal, sondern um ein Wässerchen. Allerdings eines mit dem gewissen Extra. Denn Wässerchen ist die Übersetzung von Wodka, und der ist das Thema des zweiten Morgenpost- Tastings in der „Lang Bar“ im „Waldorf Astoria“. Dieses hat mehrere Besonderheiten. Denn in allen fünf „Gängen“ gibt es den gleichen Wodka. Die Rede ist vom „Red Spring“. Das Wasser stammt aus der Quelle des Forellenhofs „25 Teiche“ im brandenburgischen Rottstock, gebrannt wird er von Josef Farthofer in Österreich. „Wir wollten einfach einen Wodka zu unserem Kaviar, da wir auch Störe haben“, erzählt Susanne Engels, die mit ihrem Mann Matthias den Forellenhof betreibt.

Die zweite Besonderheit: Engels wird vom 5. bis 11. Juli bei den Tastings anwesend sein. Der Destillateur kommt am 13. Juli. Störe, Kaviar, Wodka, alles aus einer Quelle. Und da deren Wasser sehr weich ist, ist auch der Wodka sanft. Zufällig habe man Farthofer kennen gelernt, so Engels - und daraus ergab sich eine Zusammenarbeit. „Red Spring“ heißt der Wodka, weil das Wasser der Quelle durch seinen hohen Eisengehalt eine Rotfärbung hat.

Willi Bittorf, der Head Bartender, kreiert im ersten Gang einen Gimlet Twist. „Der Gimlet stammt aus den Zeiten der Seefahrer“, erklärt er. Mit Limetten in Sirup und Zucker habe man gegen Skorbut angekämpft. Die Offiziere der Navy hätten noch ihren Gin dazugetan. Der Wodka Gimlet sei floraler und moderner gestaltet. Das entsteht durch Williams Birne, den 100 Hügel Riesling, Limette und The Seventh Sense Morgentau Bitter. Die violette Färbung stammt von getrockneten Blumen. In der Nase fällt sofort der Bitter auf, der die Atemwege weitet und so den zarten Veilchenduft des Drinks wahrnehmbar macht.

Der Geschmack ist frisch, sehr frisch sogar, mit zunächst säuerlichen Noten und süßen im Abgang. Dazu kommen leichte Bitteraromen. Der Drink ist ein echter Wachmacher, selbst nach einem langen Arbeitstag macht er putzmunter und erfrischt. Dazu serviert das Küchenteam ein Kalbstatar, das mit Limettenschale aromatisiert und von einer mit Basilikumcreme gefüllten Himbeere und Pfifferlingen begleitet wird. Der Happen ist fleischig, fruchtig, süß, klingt mit Basilikumaromen und erdigen Pilznoten aus. Die Limettenaromen passen perfekt zu dem floralen, zitronigen Drink, ergänzen ihn nicht nur, sondern erweitern ihn um eine Nuance.

Der zweite Gang ist pur. Ganz pur. Es gibt Wodka, mit Quellwasser aus Rottstock, als Eiswürfel. Nur Mut: Der Wodka ist weich, rund, mit feinen Weizenaromen. Er brennt nicht, er kratzt nicht, sondern verbreitet nur wohlige Wärme. Dazu muss es natürlich 25-Teiche-Kaviar geben, mit Blini und einem Solei. Das Ganze ist würzig-salzig, mit sanftem Fischaroma, der Kaviar sehr cremig – ohne das übliche Ploppen im Mund, aber mit größerer Aromenfülle als die üblichen Sorten.

Im Hauptgang geht es nach New Orleans. Dort erfand Ende des 19. Jahrhunderts Henry C. Ramos den Ramos Fizz – ein Gin Fizz mit Sahne und Ei. Auf das Ei verzichtet Bittorf. Er serviert einen Wodka Fizz aus Wodka, Zitrone, Limette, Orangenblütenbitter, Sahne und einem Tropical Shrub für die Süße. Dafür wird Ananas tagelang in Zucker eingelegt und mit Balsamicoessig gemischt. Die Deko: ein Zweig Dill. Aus dem Glas steigt ein frischer, sahnig-zitroniger Duft auf, der Geschmack ist ebenso, mit großer Fülle und Tiefe sowie einer feinen Dillnote im Nachhall. Dazu gibt es geräucherten Stör vom Forellenhof mit Senfgurke, Apfel und Sellerie. Das Gericht hat ein feines Raucharoma, ergänzt durch die zarte Säure des Apfels und die Süße der Gurke. Gericht und Drink zusammen heben die floralen Noten im Glas hervor. „Ein Ramos Fish“, nennt Bittorf den Drink mit Blick auf die Dill-Fisch-Kombination.

Gang vier vereint Drink und Snack in einem schockgefrosteten Glas. Der Sorbet Bubble ist Wodka mit einem Crémant de Limoux Aiméry und Grapefruit-Basilikum-Sorbet. Wer an dem Drink schnuppert, atmet unwillkürlich tief ein, Orangen- und Bitternoten steigen in die Nase, der trockene Crémant erhält durch das Sorbet eine leichte Süße. Dazu kommen kräuterige Töne von Basilikum.

Gang fünf ist ein „Push und ein kleiner Klatsch auf den Hinterkopf“, schmunzelt Bittorf. Der Espresso Martini besteht hier aus einem Kaffeekaltauszug. Bittorf: „Der gemahlene Andraschko-Kaffee wird mit Wodka versetzt und ruht so zwölf Stunden.“ Hinzu kommen der Kaffeelikör Kahlúa, sowie Noten von Vanille und Schokolade. Der Kaffeeduft macht sofort wach, der Drink ist süß-schokoladig-bitter, den Alkohol spürt man erst im Abgang. Dazu kommt Schokolade, Brombeer, Karamel, Krokant als Snack, ein absolut sündiges Wohlfühlerlebnis. Zusammen mit dem Drink ergibt sich ein dunkles, süß-bitteres Aromenbild, das die meisten zum Abschluss noch einmal andächtig aufseufzen lassen dürfte.

An die Theke

Fünf Drinks mit Food Pairing für 49,90 Euro pro Person gibt es vom 5. bis zum 14. Juli um 18.30 Uhr (sonntags zusätzlich 15.30 Uhr) in der „Lang Bar“ des „Waldorf Astoria“, Hardenbergstr. 28, 10623 Berlin. Reservierungen unter 030/814000-2410, nur solange die Plätze reichen. Mindestteilnehmerzahl: 5 Personen.

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