Zu Hause kochen

Neue Ideen für Nudeln, Risotto & Co.

In fünf neuen Kochbüchern geht es um Pasta, Risotto, Salat, vegetarische Küche und Wildkräuter.

Risotto mit Entenconfit, karamellisiertem Blumenkohl und Wildkräutern von Stjepan Bistricki aus dem Apetit Restaurant in Zagreb.

Risotto mit Entenconfit, karamellisiertem Blumenkohl und Wildkräutern von Stjepan Bistricki aus dem Apetit Restaurant in Zagreb.

Foto: Riso Gallo / Riso Gallo Archiv

Irgendwann ist es soweit: Omas Rezepte sind zu Hause alle durchgekocht, selbst die Kinder haben keine Lust mehr auf Nudeln mit Ketchup oder Tomatensoße, auch die Bolognese und die Lasagne kann keiner mehr sehen. Und das ewig gleiche Salatdressing aus Pulver ist einfach, naja. Die Restaurants haben auch noch nicht wieder geöffnet. Was nun? Abwechslung bei Pasta, Risotto, Salaten und vegetarischem Essen bieten mehrere neue Kochbücher aus dem Callwey-Verlag. Ein Überblick:

„Pasta ti amo“ – Ich liebe dich, Pasta, ist der opulente quadratische Band tituliert. Er enthält 101 Pasta-Rezepte von Spitzenköchen aus aller Welt und ein Vorwort von Cornelia Poletto. Aufgeteilt ist der Band in Kontinente. Mit jedem Rezept werden auch das Restaurant und sein Koch vorgestellt, der das Gericht entworfen hat. Und: Die meisten Rezepte enthalten eine Anleitung dafür, wie man die passenden Nudeln selbst macht. Muss man natürlich nicht. Die Soßen reichen von einfach und schnell bis hoch komplex. Manche Zutaten wie Schwertmuscheln, Schweineblase, Hühnerlunge sind doch recht exotisch und für den normalen deutschen Haushalt wahrscheinlich schwieriger zu bekommen. Doch es gibt reichlich Gerichte, die jeder hinbekommt und die trotzdem höchsten Ansprüchen genügen dürften, wie Ravioli mit Mascarpone-Füllung, Entenragout und Rotweinreduktion oder Spaghetti mit Nüssen, Rosinen, Kapern und Oliven.

„Risotto ti amo“ bietet Reisgerichte aus aller Welt

Auch Berliner Köche sind vertreten, darunter Christoph Hauser aus dem „Herz & Niere“, Maximilian Kindel vom Zweisterne-Restaurant „Facil“, Maico Orso vom „Carl & Sophie“, Tim Raue, Tilo Roth vom „The Grand“, Matteo Sini vom „Essenza“, Tomasz Sokolowski vom „Bruderherz“ oder Holger Zurbrüggen vom „Balthazar 2 am Spreeufer“. Wer noch immer Lust auf Pasta hat und einmal richtig tief in die möglichen Variationen des Italo-Klassikers einsteigen möchte, der sollte einen Blick in „Pasta ti amo“ werfen. Und selbst die Rezepte, die für den Hobbykoch eher schwierig sind, lesen sich immer noch spannend, die seitenfüllenden Fotos machen Lust.

In die gleiche Richtung geht „Risotto ti amo“. Gleiches Format, ebenfalls mit einem Vorwort von Cornelia Poletto und mit gleicher Aufmachung wie „Pasta ti amo“ sind die Rezepte hier wohl für die meisten fassbar und nachkochbar. Dazu bietet das Thema Reis eine Abwechslung zur Pasta. Hier finden sich Kompositionen wie Risotto mit Blumenkohl, Haselnusssoße und einem Hauch von Kaffee aus dem „Zur Rose“ von Herbert Hintner in Eppan/Appiano, Risotto mit Erbsen und bitterem Salat vom weltberühmten Alain Ducasse aus dem „Louis XV“ im „Hotel de Paris“ in Monte Carlo oder das herrlich klingende Risotto mit Champagner-beschwipsten Garnelen von Maxim Khazov aus dem „Bistrot“ in Moskau. Als Berliner Vertreter ist hier erneut Holger Zurbrüggen zugegen (Risotto mit Oktopus, Kalbsherz und Artischocken).

„Nur Salat“ ist auch etwas für Fleischesser

Salat ist ja für die Vertreter der „Fleisch ist mein Gemüse“-Fraktion vor allem ein Soßenträger. Dass das beileibe nicht so sein muss, beweist Éva Bezzegh, eine „in Budapest lebende Mutter, Bloggerin, aufgeschlossene Food-Liebhaberin und Clean-Eating-Fan“ mit ihrem Buch „Nur Salat.“ Eingeleitet wird das Werk mit einer Warenkunde zu Gartensalaten, Wurzeln, Früchten, Pilzen, Sprossen, Blüten, Hülsenfrüchten, Quinoa, Käse, Kräuter, Nüsse und so weiter. Die Rezepte sind nach Monaten gegliedert. Zu Beginn jedes Kapitels gibt es eine Aufzählung der in dieser Zeit verfügbaren Zutaten. Und dann geht es los mit Mandarinen-Litschi-Salat mit rosa gebratener Entenbrust und Zimt über Selleriesalat mit Wachteleiern, Wok-Salat mit Karotten und Petersilienwurzel, Sojasoße und Tamarinde, Blumenkohl-Taboulé und vielen anderen Variationen. Fleisch- und Fischesser kommen nicht zu kurz: Zander-Ceviche mit Spargel und Radieschen, sommerlicher Oktopussalat oder Zuckerschotensalat mit Himbeere, Entenbrust und Feta wecken die Lust auf „Nur Salat“.

Ganz vegetarisch wird es dann mit „Vegetarisch“ von Barbara Bonisolli. Die Stoßrichtung wird schon auf der Innenseite des Einbands klar. Da heißt es: „Eine Aubergine ist kein Schnitzel, und sie hat es nicht nötig, sich als eines zu verkleiden.“ Die Autorin lebt mit ihrer Familie auf dem Land und liebt ihren Garten. Als der immer mehr Essbares abwarf, war „für Fleisch plötzlich kaum noch Platz“. Die Rezepte entwickelte sie selbst und erprobte sie jahrelang im Alltag. Dabei sind weder die Autorin noch ihre Familie Vegetarier. Sie essen Fleisch, und das gern, nur eben selten. Ihre Rezepte sollen kein Fleisch ersetzen, die „Bratwurst“ aus Gemüse geht für Bonisolli gar nicht. Die Rezepte klingen leicht und luftig, wie Auberginen aus dem Ofen mit Fregola Sarda, Zucchinipuffer mit Basilikumcreme, Bohneneintopf mit grünem Reis oder Brotsalat mit Kichererbsen, Tomaten, Bohnen und pochiertem Ei. „50 schnelle Wohlfühlrezepte“ verspricht der Titel, und der Blick hinein macht Lust, einmal das Steak im Kühlschrank zu lassen und sich – gerade jetzt im Frühling – an der leichten Küche von Barbara Bonisolli zu versuchen.

Heimisch und zugleich exotisch ist schließlich der letzte hier vorgestellte Band: „Wilde Wiese“ von Sandra Schumann und Julia Schmidt. „Pflück dich glücklich!“ lautet der Untertitel. Und ja: Es geht tatsächlich darum, Kräuter in freier Wildbahn zu entdecken, zu identifizieren und für die heimische Küche zu pflücken. Ähnlich einem Pilzbestimmungsbuch sind die Kräuter seitenfüllend abgebildet, die Autorinnen beschreiben Standorte, Merkmale und Verwechslungsgefahren sowie die Anwendungen in der Küche. Unter den Pflanzen sind so alltägliche wie Brunnenkresse, Löwenzahn, Klee oder Dost, heute eher als Oregano bekannt, es finden sich aber auch unbekanntere Kräuter wie Gundermann, Wiesen-Salbei, Wunderlauch oder Giersch. Die zweite Hälfte des Buchs nehmen Rezepte für die Kräuter ein wie Brennessel-Tempura, Löwenzahn-Pommes und Brunnenkresse-Ketchup, Taubnessel-Chips mit Borretsch-Smash oder Wilde Giersch-Focaccia. Nicht für alle Gerichte muss man auf die Wiese, aber das Buch könnte helfen, doch den Park in der Stadt sowie bei Ausflügen die Natur etwas genauer in Augenschein zu nehmen, um dort die eine oder andere Bereicherung für den heimischen Speisezettel zu finden.

„Risotto ti amo!“, 101 Rezepte, 240 Seiten, 39,95 Euro

„Pasta ti amo!“, 101 Rezepte, 240 Seiten, 39,95 Euro

Sandra Schumann, Julia Schmidt, „Wilde Wiese“, 50 Rezepte, 144 Seiten, 20 Euro

Barbara Bonisolli, „Vegetarisch“, 50 Rezepte, 144 Seiten, 20 Euro

Èva Bezzegh, „Nur Salat“, Knapp 100 Rezepte, 320 Seiten, 39,95 Euro

Alle Kochbücher können Sie auch versandkostenfrei über den Online-Shop der Berliner Morgenpost unter shop.morgenpost.de beziehen.