Neueröffnung

Abwechslung vom Berliner Allerlei im Nikolaiviertel

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Blick in das neue Restaurant "Fischer & Lustig" im Nikolaiviertel in Mitte.

Blick in das neue Restaurant "Fischer & Lustig" im Nikolaiviertel in Mitte.

Foto: Alexander Uhl

Das „Fischer & Lustig“ im ehemaligen „Reinhardt’s“ ist ein kulinarischer Anlaufpunkt in Berlins Mitte.

Wenn Berlin so eine Art Disneyland für Touristen hat, dann ist das wohl das Nikolaiviertel in Mitte. Direkt neben dem Roten Rathaus hat die DDR das mittelalterliche Viertel von 1980 bis 1987 historisierend wieder errichtet. Auch die Restaurants haben sich größtenteils auf die auswärtige Klientel ausgerichtet und bieten vor allem eins: Berliner Gerichte von Leber über Eisbein bis zu „Kochklopsen“ mit Kaperntunke. Nicht zu vergessen das schrecklich-schöne Schnitzel.

Eine löbliche Ausnahme bildete früher das „Reinhard's“, in dessen Räumen – und denen eines ehemaligen italienischen Restaurants“ – jetzt das „Fischer & Lustig“ residiert. Das Restaurant wirkt riesig, die nackten Backsteinwände und das gedämpfte Licht vermitteln Gemütlichkeit. Über dem Pass zur Küche sind historische Fassaden angebracht, direkt am Eingang gibt es einen langen „Captain’s Table“.

Der Fisch im „Fischer & Lustig“ ist teils regional

Das „Fischer & Lustig“ ist der Ableger des „Jäger & Lustig“, und wo es dort um Wild geht, steht hier Fisch auf der Karte. Küchenchefs sind Erik Arndt und Marc Burow, der vorher für die Borchardt-Gruppe gearbeitet hat. Arndt bringt viel Erfahrung aus Hamburg mit, in Berlin arbeitete er im „Adlon“. Die traditionellen Fischgerichte sollen dabei quergedacht werden. Der Fisch ist teils regional: „Regionalität in Sachen Fisch muss manchmal durchaus etwas weiter gefasst sein, denn Berlin liegt leider nicht wirklich am Meer,“ sagt Erik Arndt, „aber wir versuchen trotzdem, möglichst kurze Wege zu nutzen und uns auch aus der Vielfalt der Nord- und Ostsee zu bedienen.“

Bei einem Pressedinner machten die Gerichte vor allem Spaß, ohne überkandidelt zu sein. So wurde ein klassischer Krabbencocktail mit einem Wakame-Algensalat kombiniert, der „Kombüsentee“ erinnerte stark an eine Bouillabaisse mit intensiven Aromen, geriet allerdings auch etwas ölig. Der „Stadtwels“ kam mit einer Café-de-Paris-Soße, die vielen am Tisch Begeisterung entlockte, und das Dessert überzeugte in der Kombination von Kaltem Hund mit einer Scheibe gebratenem Frühstücksspeck darauf durch die Kombination aus Süße und Salzigkeit.

Fischer & Lustig, Poststraße 26, Mitte, www.fischerundlustig.de