Björn Swanson

Wie Björn Swanson im „Faelt“ seine Gäste umarmt

Sternekoch Björn Swanson hat mit dem „Faelt“ in Schöneberg sein erstes eigenes Restaurant eröffnet.

Björn Swanson, Küchenchef und Inhaber im Restaurant "Faelt".

Björn Swanson, Küchenchef und Inhaber im Restaurant "Faelt".

Foto: Lukas Kirchgasser

Im Mai dieses Jahres verabschiedete sich Küchenchef Björn Swanson überraschend aus dem Restaurant „Golvet“, wo er seit der Eröffnung 2017 mit einem Stern und dem Titel Berliner Meisterkoch ausgezeichnet worden war. Anfang Oktober hat der Deutsch-Amerikaner nun sein erstes eigenes Restaurant „Faelt“ an der Vorbergstraße 10 a in Schöneberg eröffnet.

Beim Namen ist sich der Küchenchef treu geblieben: schwedisch für „Feld“, angelehnt an seine nordischen Wurzeln. Das Konzept: reduziert auf das Wesentliche. Noch produktbezogener, noch puristischer, noch nachhaltiger. In letzter Konsequenz bedeutet das, die Eier für die Swansonsche Löffelerbse kommen direkt aus seinem eigenen Garten im Berliner Umland. Hausmannskost mit einem Hauch von Curry ist dieser Gang gleich zu Beginn, der die Richtung für das gesamte Menü vorgibt.

Es folgen unter anderem hauchzartes Reh mit winterlichem Kohl und Früchtebrot in Nussbutter mit frisch gehobeltem Cheddar – oder wie Swanson es nennt, „’ne Stulle“. Gerichte, die den Gast mit ihrer wohligen Aromatik umarmen, die das Herz erwärmen und nach zu Hause schmecken. Nur irgendwie besser. Denn schließlich ist auch im „Faelt“ der Stern wieder das erklärte Ziel, daraus macht Björn Swanson kein Geheimnis.

Björn Swanson besinnt sich im „Faelt“ auf das Wesentliche

Ambitioniert sind dann auch die Preise. Mit 89 Euro für sieben Gänge ist das „Faelt“ kein Schäppchen. Das Geld ist allerdings bestens angelegt. Die Weine – wahlweise als Begleitung zum Menü – gibt es ab sechs Euro pro Glas. Die Karte, mit einem Fokus auf Deutschland und Alte Welt, hat Swanson selbst zusammengestellt. Alle Weine werden offen angeboten.

Björn Swanson hat im „Faelt“ seine Handschrift der Urberliner Küche mit internationalen Einschlägen weiterentwickelt. Die Verkleinerung vom großräumigen „Golvet“ zur intimen Atmosphäre eines kiezigen Eckrestaurants mit gerade einmal 16 Plätzen und einer offenen Küche bringt zudem einen neuen Fokus, der dem 36-Jährigen gut getan hat. Swanson steht nicht nur selbst am Herd, sondern nimmt sich persönlich Zeit für jeden Gast. Kenner seiner Küche dürften sich zudem über ein Wiedersehen mit der Karamellbutter freuen, die, ganz untypisch, erst an vierter Stelle mit Brot von Domberger serviert wird.