Frühstück 3000

Frühstück 3000 oder Fine Dining am Morgen

Nach einem Jahr Pop-up haben Maximiliane Wetzel, Lukas Mann und Martin Pöller in Schöneberg das „Frühstück 3000“ eröffnet.

Die Gründer Lukas Mann, Maximiliane Wetzel und Martin Pöller mit Restaurantleiter Holger Scheu (v.l.).

Die Gründer Lukas Mann, Maximiliane Wetzel und Martin Pöller mit Restaurantleiter Holger Scheu (v.l.).

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Nein, mit dem „Kumpelnest 3000“ hat das „Frühstück 3000“ nichts zu tun. Auch wenn der Standort im Regenbogenkiez an der Bülowstraße 101 bei einigen Flaneuren sicher erst einmal für irrtümliche Assoziationen sorgen dürfte. Nach einem Jahr mit ihrer gleichnamigen Pop-up-Reihe in wechselnden Berliner Spitzenrestaurants haben Maximiliane Wetzel, Lukas Mann und Martin Pöller Anfang Oktober in Schöneberg ihren ersten eigenen Laden eröffnet. Foodporn also statt Gaybar, Frühstück statt Afterhour. „Die Namensähnlichkeit stört uns nicht“, sagt Pöller und lacht. „Beides sind schließlich Berliner Institutionen.“ Tatsächlich war „Frühstück 3000“ ursprünglich der Name der WhatsApp-Gruppe, in der sich die drei Gründer über ihre Ideen als zukünftige Gastronomen ausgetauscht hatten.

Drei „Frühstück 3000“-Macher mit Erfahrung in der Sternegastronomie

Wetzel, Mann und Pöller haben alle Sterne- oder Luxushotelvergangenheit und kennen sich seit vielen Jahren. Lukas Mann begann seinen Weg mit einer Ausbildung zum Koch im „Hotel zur Bleiche“, später arbeitete er im „Ritz- Carlton“ und im „Adlon“. Maximiliane Wetzel absolvierte neben ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau im „Adlon“ ein Studium der Wirtschaftskommunikation und arbeitete später unter anderem im „Pauly Saal“, im „Nobelhart & Schmutzig“ und im „Cookies Cream“. Martin Pöller hat seine Ausbildung zum Hotelfachmann ebenfalls im „Adlon“ absolviert und sammelte weitere Erfahrung im „St. Regis Mardavall“ auf Mallorca und im „Grill Royal“. Nebenbei studierte er an der Technischen Hochschule Wildau und der Udayana University in Indonesien. „Man wechselt von Restaurant zu Restaurant, irgendwann hatte sich das erschöpft. Die Selbstständigkeit war der nächste logische Schritt“, sagt Maximiliane Wetzel. „Wir wollten das machen, was uns selbst am besten gefällt. Keine klassische gehobene Gastronomie, sondern alles ein wenig entspannter.“

Weil alle drei der Meinung waren, dass es trotz florierender Berliner Gastronomie bei der wichtigsten Mahlzeit des Tages noch Luft nach oben gibt, wurde aus den Überlegungen ein Frühstücks-Pop-up und schließlich -restaurant. „Als wir Anfang der 2000er nach Berlin gezogen sind, waren Etageren gerade der heiße Scheiß“, erinnert sich Martin Pöller. „Wir haben gedacht: Ist das wirklich das Beste, was deutsche Frühstückskultur zu bieten hat?“ Weil die gemeinsame Antwort „Nein“ lautete, gibt es im „Frühstück 3000“ nun Qualität wie in den besten Häusern der Stadt mit Szenekiezatmosphäre. Die Einrichtung in Blau- und Grüntönen mit Holzelementen, warmem Licht und Discokugel auf der Toilette ist sonntäglich gemütlich, der Service perfekt und gleichzeitig lässig, das Publikum unaufgeregt divers. „Du kannst eine Flasche Bollinger trinken und richtig auf die Kacke hauen oder du isst einfach ein Müsli und trinkst einen Kaffee“, sagt Maximiliane Wetzel über das Konzept. „Zielgruppe ist jeder, der gerne frühstückt und vielleicht über einen gewissen kulinarischen Bildungsgrad verfügt. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem wir uns selbst wohlfühlen. Es ist ein bisschen so, als würde man ein 5-Sterne-Haus mit einer hippen Neukölln-Location mixen und nach Schöneberg verfrachten.“ In einem Jahr Pop-up-Nomadentum in Restaurants wie „Cookies Cream“, „Nobelhart & Schmutzig“ und „Cordo“ habe man Zeit gehabt, verschiedene Stile und Gerichte auf ihre Tauglichkeit zu testen.

Die Karte von Lukas Mann als Best of aus einem Jahr „Frühstück“-Pop-up

Die Karte von Küchenchef Lukas Mann ist nun ein Best of dieser Zeit. Langos mit Sauerkrautgranité, Sauerrahm, krossem Speck, Fenchelamaranth und Bergkäse (16 Euro), eine vietnamesische Reissuppe mit Eigelb, Entenfleisch, Grapefruit und Taubnessel (16 Euro) oder ein veganes Birchermüsli mit Kokosmilch, Himbeeren, Gurke, Minze und Karamellmandeln (10 Euro) finden sich darauf. Dazu gibt es Cocktailklassiker wie Mimosa, Negroni, Bloody Mary und Espresso Martini (jeweils 10 Euro) sowie ausgewählte Weine mit und ohne Sprudel ab fünf Euro pro Glas. Das Champagnerfrühstück mit Kaffee- und Schaumweinflat, Saft, Wurst- und Käseplatte sowie zwei Gerichten aus der regulären Karte lässt für 90 Euro keinen Wunsch offen. „Wir möchten den Berlinern ein Frühstück abseits vom Mainstream servieren. Klassiker werden neu gedacht, und aus regionalen Zutaten werden internationale Spezialitäten mit einem eigenen Dreh“, sagt Mann. „Das Bananenbrot brechen wir vom Laib und servieren es mit Milchmädchenkaramell, Exotikeis und Curryamaranth.“ Alles kunstvoll angerichtet für die Generation Instagram und trotzdem genau so zugänglich für die klassische City-West-Klientel.

Geöffnet ist „Frühstück 3000“ von Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr und Sonnabend und Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Reservierungen per E-Mail an iwant@f3000.berlin oder telefonisch unter 436 666 59. Das Restaurant verfügt über 65 im Restaurant und 30 Plätze auf der Terrasse.