Restaurant-Tipp

Alles im Zeichen des Biers

Im BRLO BRWHOUSE dreht sich alles um Craft-Beer. Aber es gibt auch schmackhafte Gerichte.

Bierverkostung im BRLO BRWHOUSE

Bierverkostung im BRLO BRWHOUSE

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Sommerzeit, das heißt auch Biergartenzeit. Wer von den üblichen Ablegern der bajuwarischen Gemütlichkeit in Berlin genug hat, der könnte mal das BRLO BRWHOUSE am U-Bahnhof Gleisdreieck versuchen. Die geschriebene Kurzform spricht sich übrigens „Berlo Brewhouse“. Bekannt ist die Brauerei wegen seiner Craft-Biere, die inzwischen schon eine große Verbreitung gefunden haben. Die Brauerei mit Restaurant wurde auch bereits von der Jury der Berliner Meisterköche mit dem Titel Szenerestaurant des Jahres 2017 ausgezeichnet.

Das Ambiente im Schatten des U-Bahnhofs ist modern, das Gebäude besteht aus Schiffscontainern, gescheuerte Holztische, karierte Servietten und Tonkrüge mit dem Besteck sucht man hier vergebens.

Große Tafel oberhalb des Ausschanks präsentiert die Biere

Im Außenbereich können die Gäste sich Essen und Bier in Selbstbedienung von mehreren Ständen, Tische und Bänke werden durch ein Tarnnetz vor allzu praller Sonne geschützt. Innen geht es zwar auf zwei Etagen ebenfalls modern aber doch schon etwas gediegener zu. Eine große Tafel oberhalb des Ausschanks präsentiert die Biere. Wer das Glück hat, auf eine eingearbeitete Servicekraft zu treffen, der bekommt zusätzlich Informationen zu Abkürzungen wie German IPA, C4PO oder den zahlreichen saisonalen Sondersorten wie ein Cranberry-Bier.

Wer bislang nur industrielles Bier kennen gelernt hat, wird sich mit der Aromenvielfalt der verschiedenen Biersorten am Anfang vielleicht etwas schwer tun. Für Einsteiger ist das Helle zu empfehlen, das einem üblichen Bier wohl noch am nächsten kommt.

Speisekarte utnerteilt sich in Gemüse, Beilagen, On Top, Fleisch und Saucen

Nächste Hürde ist die Speisekarte, die vor allem auf vegetarische Gerichte setzt, aber auch Fleisch bietet. Die Auswahl unterteilt sich in Gemüse, Beilagen, On Top, Fleisch und Saucen. Die Gäste wählen zwischen drei verschiedenen Menügrößen: Small für 1 Person, bestehend aus einem Gemüse, einer Beilage und einem On Top (18 Euro); Medium für etwa drei Personen (49 Euro) und Large für etwa fünf Personen (84 Euro). Fleisch, darunter Rippchen, Schweinebauch, Rindernacken und ein Bürgermeisterstücke gibt es in jeweils drei verschiedenen Größen und kostet extra (7,50 Euro bis 46 Euro), ebenso die Saucen. Wenn vier Personen, die wir an diesem Tag waren, ein Medium-Menü wählen, kommt bereits der dezente Hinweis, das sei etwas wenig.

Tatsächlich ähneln die Teller großen Tapas, Teilen ist ausdrücklich erwünscht. Die Qualität der Speisen ist weit über dem üblichen Biergartenniveau. So war die „Gurke Gin Tonic“ eine Köstlichkeit aus in Gin eingelegter Salatgurke mit Gurken-Wacholdergelee, Dillemulsion und Gurken-Granité, einem Eis. Genau das Richtige an einem heißen Tag. Der im Ganzen gegarte Blumenkohl mit Vadouvan-Rub ist ein Klassiker. Highlight war Pan de Queso für einen Aufpreis von einem Euro: gebackene Brotkrumen aus Maniok und Provolonie mit vegetarischer Ceviche aus Fenchel, Pilzen und Schalotten. Kross das Brot, würzig durch den Käse, absolut überzeugend. Auch die Fleischgerichte sind empfehlenswert, wir versuchten die „butterzarten Rippchen“, die eher als Rippen auf den Tisch gekommen, aber halten, was ihr Name verspricht. Auch der Schweinebauch vom Mangalitza Schwein war sehr zart, kernig im Geschmack und ein perfekter Begleiter zu einem herben German IPA-Bier.

Insgesamt fiel die Rechnung für vier Personen mit jeweils zwei Bier, einem M-Menü mit zweimal Fleisch und zwei Saucen extra mit knapp 140 Euro noch moderat aus. Das BRLO BRWHOUSE ist in jedem Fall einen Ausflug wert, beispielsweise auch für eine Brauerei-Tour, nicht nur im Sommer.

BRLO BRWHOUSE, Schöneberger Straße 16, 10963 Berlin, Di–Fr: ab 17 Uhr, Sa–So: ab 12 Uhr, Montag Ruhetag. Biergarten: Mo.-So. ab 12 Uhr. Tel. 030-55577606