Restaurant „einsunternull“

Neuer Küchenchef im „einsunternull“

Andreas Rieger hat im „einsunternull“ mit seiner experimentellen Küche einen Stern erkocht. Nun will sich das Restaurant neu orientieren ...

Silvio Pfeufer (l.) ist neuer Küchenchef im Restaurant „einunternull“ von Ivo Ebert.

Silvio Pfeufer (l.) ist neuer Küchenchef im Restaurant „einunternull“ von Ivo Ebert.

Foto: Anne Smith Photography

Am 26. Februar vergibt der „Guide Michelin“ wieder seine Sterne für Deutschland. Ein sicherer Berliner Kandidat war in den vergangenen zwei Jahren Andreas Rieger aus dem „einsunternull“. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, wird der 33-Jährige das Restaurant jedoch Ende Februar verlassen. Neuer Mann an der Hannoverschen Straße ist ab 1. März Silvio Pfeufer aus dem „Facil“. Rieger prägte das 2015 eröffnete Restaurant von Gastgeber Ivo Ebert mit seiner radikal regionalen und experimentellen Küche. Mit Gerichten wie „Barsch im Brackwasser“ und „Milchkuh im Fluss“ fing er durch Techniken wie Einwecken und Vergären die Geschmäcker der Natur ein und entwickelte so den besonderen, teils auch umstrittenen Stil des „einsunternull“.

In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Gerüchte über die Zukunft des Restaurants. Jetzt steht fest: Andreas Rieger wird noch einmal Mal Vater und möchte sich aus persönlichen Gründen aus dem Sternegeschäft zurückziehen. Ivo Ebert stellte, so gibt er zu, in letzter Zeit immer mehr die Laborküche und kompromisslose Regionalität in Frage. „Bin ich das wirklich? Die Antwort lautete: nein“, sagt er. Gemeinsam und freundschaftlich habe man sich schließlich auf einen neuen Weg geeinigt. Mit Silvio Pfeufer strebt das „einsunternull“ nun eine „Fokussierung auf Kulinarik im kosmopolitischen Berlin-Stil“ an. Die Zusammenarbeit mit Bauern aus dem Umland, die Erzeugnisse aus dem eigenen Garten und das Handwerk bleiben erhalten und werden um die Vielfalt der Produkte aus aller Welt und neu interpretierte Berliner Gerichte in einem Sieben-Gänge-Menü ergänzt. Auch eine eigene Pâtisserie kommt hinzu.

Der Anspruch sei weiterhin Sterneküche, sagt Ebert. Pfeufer – wie Ebert gebürtiger Berliner – hat sein Profil unter anderem bei Jens Rittmeyer im „Kai 3“ auf Sylt (ein Stern) und bei Jan Hartwig im „Atelier“ in München (drei Sterne) geschärft. Für Ivo Ebert ist die Neuausrichtung kein Bruch, sondern eine Weiterentwicklung. Was bleibt, ist der Name. Obwohl es zum Fine-Dining-Erlebnis vorerst nicht unter Tage geht. Nach einem Wasserschaden wird Silvio Pfeufer seine Kreationen bis auf weiteres ebenerdig präsentieren. Die erste Märzwoche bleibt das „einsunternull“ zur Einarbeitung geschlossen.