Kreuzberg

Im „Rio Grande“ gibt’s zum Frühstück das neue Berlin

Von früh bis spät serviert das Kreuzberger Restaurant "Rio Grande" Essen - Frühstück, Lunch und Dinner am Spreeufer.

Edith Berlinger ist die Inhaberin des „Rio Grande“.

Edith Berlinger ist die Inhaberin des „Rio Grande“.

Foto: Patrick Goldstein

Kreuzberg. Im „Rio Grande“ fühlt man sich willkommen. Österreicherin Edith Berlinger, Inhaberin mit langer Berliner Gastro-Vergangenheit („Jolesch“), begrüßt herzlich und umsorgt den Gast mit ihrer, wie sie in Schwarz gekleideten, Kellnerin unauffällig aber stets präsent. Wer hier isst, wählt natürlich einen Platz am Panoramafenster. Alles andere wäre in diesem Lokal Unfug. Denn die Sicht ist einmalig. Dort sitzt man beinahe auf Höhe der Spree, blickt hinüber zu Zalando, zur East Side Gallery, auf die Oberbaumbrücke und die grelle, rasant wechselnde LED-Anzeige des Anschütz-Party-Areals: Das ganze neue Berlin wird dem Gast hier aufgetischt.

Das Ambiente ist originell. Der Look erinnert an eine Hotelbar der 70er-Jahre mit indirekt beleuchteten Nischen und einem Tresen so lang wie ein Fußballtor. Viele Gäste kommen von Start-up-Unternehmen der Umgebung sowie von Universal Music auf ein Zwei-Gänge-Business-Lunch (12–17 Uhr, 10,90 Euro). Der Cappuccino ist kräftig wie der Klang einer Alarmglocke (2,80 Euro). Ein Müsli mit Trauben, Melonen, Ananas, Körnern, Nüssen und cremigem Joghurt kostet 4,80 Euro, ein Pilz-Rührei mit rauchigem Aroma 4,50 Euro.

Abends nimmt das „Rio Grande“ dann eine andere Gestalt an. Kerzenständer, gestärkte Servietten, feines Besteck: Eine selbstbewusste Eleganz kehrt ein. An diesem Tag steht Alpenländisches auf der Abendkarte, die zwischen 18 und 23 Uhr gilt, etwa Wiener Schnitzel mit Kartoffel- und Gurkensalat und Wildpreiselbeeren (19,50 Euro) und Hirschkalbsrücken in Maronenkruste mit Rosenkohlblättern und Steckrübenpüree (28,50 Euro). Vegetarier haben die Wahl zwischen Kartoffel-Lauchstrudel (17,50 Euro) und Bergkäseknödel (16,50 Euro).

Weil man im Restaurant tagsüber ganz wunderbar und ungestört bei gutem Internet am Laptop arbeiten kann, nahmen wir uns beim Abschied vor, einmal vom Frühstück bis zum Dinner im „Rio Grande“ zu bleiben. Auf einen Tag am Ufer der Spree.

Rio Grande, May-Ayim-Ufer 9, Tel. 61 07 49 81, riogrande-berlin.de, tgl. 10–1 Uhr

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