Hafenküche

„Hafenküche“: Brandweiner, Grieb und die neue Lässigkeit

| Lesedauer: 3 Minuten
Verbrannter Kohl, Quittenaioli, Petersilienöl, Haselnuss von Frederik Grieb in der „Hafenküche“. 

Verbrannter Kohl, Quittenaioli, Petersilienöl, Haselnuss von Frederik Grieb in der „Hafenküche“. 

Foto: Malte Jaeger

Zwei Ehemalige aus dem „Ritz-Carlton“ haben sich mit der „Hafenküche“ in Rummelsburg selbstständig gemacht.

„Zehn Jahre Luxus sind genug“, sagt Matthias Brandweiner. Anfang 2022 hat sich der Gastgeber aus dem „Pots“ im „Ritz-Carlton“ selbstständig gemacht und ist beim Restaurant „Hafenküche“ in Rummelsburg miteingestiegen. Auch in der Küche steht dort ein alter Bekannter: Frederik Grieb, zuvor Sous-Chef für Drei-Sterne-Koch Dieter Müller auf der „MS Europa“ und Küchenchef im „Pots“, und nun Brandweiners Geschäftspartner.

Fine-Dining-Ambitionen hat hier keiner von beiden. Entspannt solle es sein, sagt Brandweiner und verweist auf sein legeres Outfit. Auf der Karte gebe es deshalb Schnitzel und Burger – nur eben in richtig gut. Die neue Lässigkeit spiegelt sich auch beim Ort wieder. Der verglaste Flachbau mitten im Industriegebiet und mit Blick auf die Spree vereint mit klaren Linien und 70er-Jahre-Designelementen Eleganz und Behaglichkeit. Publikum und Service sind gleichermaßen urban-entspannt-unaufgeregt.

Lässiger Service, hohe Qualität in der „Hafenküche“

Natürlich kann Brandweiner aber auch in der „Hafenküche“ nicht aus seiner Haut. Der Österreicher wurde bereits im Alter von 19 Jahren Court of Master Sommelier, er arbeitete in der gehobenen Gastronomie in London und Berlin und war 2019 Gastgeber des Jahres bei den Berliner Meisterköchen. „Ich bringe erst mal was für den Kreislauf“, kündigt er zur Begrüßung an. Nur wenige Minuten später steht der Schaumwein auf dem Tisch. Reichsrat von Buhl Riesling Sekt, eine Wahl, die seine Stammgäste bereits aus dem „Pots“ kennen dürften, wo Brandweiner die Karte komplett mit deutschen Weinen bestückt hatte. Auch in der „Hafenküche“ ist diese Handschrift erkennbar. Verlässliches wie Reichsrat von Buhl oder Markus Molitor findet sich hier, zur Sicherheit aber ebenso ein Ruinart Rosé.

Mit dem Gepickelten Gemüse (3,50 Euro) oder dem Verbrannten Kohl (17,50 Euro) hat auch Frederik Grieb ein paar Bestseller seiner Karte beim vorherigen Arbeitgeber importiert. Dazu gibt es Soulfood wie Trüffelpasta (24,50 Euro) und Havelländer Apfelschwein (27,50) sowie Fisch und Fleisch vom Grill mit Beilagen-Klassikern, die mit Misoschaum, Parmesanaioli oder Pfefferjus ihre Herkunft verraten. Tagsüber wird das Restaurant zur Kantine mit Tagesgerichten wie Soljanka mit Schmand und Zitrone oder einfach Currywurst mit Fritten (ab 7,50 Euro).

„Hafenküche“: Zur alten Flussbadeanstalt 5, 10317 Berlin. Mittagstisch Mo. bis Fr. 12 bis 14.30 Uhr, Restaurant Fr. ab 18 Uhr, Sbd. ab 12 Uhr. www.hafenkueche.de, 030 42219926.

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